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Ausbildungsjahr
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Kapitel 1: Markt, Marktforschung & Kennzahlen

Kapitel 1 von 19

Lesezeit etwa 1 Minute

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Auf einem Markt treffen Angebot und Nachfrage zusammen. Marketing richtet das Unternehmen konsequent am Markt aus.

Marktforschung

  • Primärforschung: neue Daten erheben (Befragung, Beobachtung, Experiment).
  • Sekundärforschung: vorhandene Daten auswerten.

Marktgrößen

  • Marktpotenzial: maximale Aufnahmefähigkeit des Marktes.
  • Marktvolumen: tatsächlicher Gesamtumsatz aller Anbieter.
  • Marktanteil = eigener Umsatz ÷ Marktvolumen × 100.

Zur Standortbestimmung dient die SWOT-Analyse (Stärken, Schwächen, Chancen, Risiken).

Kapitel 2: Der Marketing-Mix (4 P)

Kapitel 2 von 19

Lesezeit etwa 1 Minute

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Der Marketing-Mix kombiniert vier Instrumente:

Produktpolitik

Sortimentsgestaltung, Qualität, Verpackung, Marke. Der Produktlebenszyklus reicht von Einführung über Wachstum und Reife bis zu Sättigung und Rückgang (Degeneration).

Preispolitik

Preisbildung (kostenorientiert, nachfrage-, konkurrenzorientiert), Preisstrategien (Hochpreis-/Niedrigpreis-, Penetration, Skimming) und die Preiselastizität der Nachfrage.

Distributionspolitik

Absatzwege: direkt – der Hersteller verkauft ohne Einschaltung des Handels an den Kunden. Er nutzt dafür eigene Absatzorgane wie die Verkaufsabteilung oder angestellte Reisende (§ 59 HGB, Abschlussvollmacht nach § 55 HGB), oder er beauftragt selbstständige Handelsvertreter (§ 84 Abs. 1 HGB). Reisende sind Angestellte und gehören damit zum Unternehmen. Handelsvertreter sind rechtlich selbstständig und zählen zu den Absatzhelfern. Beide vermitteln oder schließen im Namen des Herstellers ab und erwerben kein Eigentum an der Ware. Indirekt – über Groß- und/oder Einzelhandel, der die Ware kauft und weiterverkauft (Absatzmittler). Dazu kommt die Logistik der Auslieferung.

Kommunikationspolitik

Werbung, Verkaufsförderung, Öffentlichkeitsarbeit (PR), persönlicher Verkauf und Online-Marketing.

Kapitel 3: Zielgruppen, Strategie & Kundenbindung

Kapitel 3 von 19

Lesezeit etwa 1 Minute

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Marketing wirkt nur zielgerichtet.

Marktsegmentierung

Der Markt wird in Zielgruppen unterteilt (nach demografischen, geografischen, psychografischen oder Verhaltensmerkmalen). Daraus folgt die Positionierung gegenüber Wettbewerbern.

Marketingziele

Ökonomische Ziele (Umsatz, Marktanteil, Gewinn) und psychografische Ziele (Bekanntheit, Image, Kundenzufriedenheit).

Kundenbindung

Über Customer-Relationship-Management (CRM), Servicequalität und Beschwerdemanagement werden Kunden langfristig gebunden – einen Stammkunden zu halten kostet in der Regel weniger, als einen Neukunden zu gewinnen.

Kapitel 4: Rechenbeispiel: Marktanteil, Handelsspanne & Zuschlag

Kapitel 4 von 19

Lesezeit etwa 1 Minute

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Wichtige Marketing- und Kalkulationskennzahlen am Beispiel:

Marktanteil

Eigener Umsatz 4 Mio €, Marktvolumen 50 Mio €.
Marktanteil = 4 ÷ 50 × 100 = 8 %.

Handelsspanne und Kalkulationszuschlag

Bezugspreis (Einstandspreis) 60 €, Listenverkaufspreis netto 100 €.
Handelsspanne = (100 − 60) ÷ 100 × 100 = 40 % (bezogen auf den Verkaufspreis).
Kalkulationszuschlag = (100 − 60) ÷ 60 × 100 ≈ 66,7 % (bezogen auf den Einstandspreis).

Spanne und Zuschlag setzen denselben Differenzbetrag (40 €) einmal ins Verhältnis zum Verkaufspreis, einmal zum Einstandspreis.

Kapitel 5: Werbung, AIDA & Produktlebenszyklus

Kapitel 5 von 19

Lesezeit etwa 1 Minute

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Kommunikationspolitik will Aufmerksamkeit erzeugen und zum Kauf bewegen.

AIDA-Formel

Werbung soll wirken nach Attention (Aufmerksamkeit), Interest (Interesse), Desire (Wunsch), Action (Kauf).

Werbeträger & Werbemittel

Werbeträger = Medium (z. B. Zeitschrift, Social Media); Werbemittel = konkrete Gestaltung (z. B. Anzeige, Banner). Streuverluste sind gering zu halten.

Produktlebenszyklus & BCG-Matrix

Ein Produkt durchläuft Einführung, Wachstum, Reife, Sättigung und Rückgang (Degeneration). In der BCG-Matrix (Marktwachstum × relativer Marktanteil, d. h. eigener Umsatz ÷ Umsatz des stärksten Konkurrenten) ordnet man Produkte ein: Question Marks (hohes Wachstum, niedriger relativer Anteil), Stars (hohes Wachstum, hoher Anteil), Cash Cows (niedriges Wachstum, hoher Anteil) und Poor Dogs (niedriges Wachstum, niedriger Anteil).

Kapitel 6: Marktgrößen berechnen und den Wettbewerb analysieren

Kapitel 6 von 19

Lesezeit etwa 3 Minuten

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Bevor die Norlid Leuchten GmbH mehr Geld in einen Markt steckt, braucht sie drei Antworten: Wie groß könnte der Markt sein? Wie viel wird dort tatsächlich verkauft? Und welcher Teil davon entfällt auf das eigene Unternehmen? Die Antworten liefern die Marktgrößen. Wie gut die eigene Stellung ist, zeigt erst der Vergleich mit den Wettbewerbern.

Marktpotenzial, Marktvolumen und Absatzvolumen

  • Marktpotenzial: die Menge oder der Umsatz, die alle Anbieter zusammen in einem Zeitraum höchstens absetzen könnten, wenn jeder infrage kommende Käufer kaufen würde. Es ist eine Schätzung und bildet die Obergrenze des Markts.
  • Marktvolumen: die Menge oder der Umsatz, die alle Anbieter in diesem Zeitraum tatsächlich absetzen. Es ist nie größer als das Marktpotenzial.
  • Absatzvolumen: die Menge oder der Umsatz eines einzelnen Unternehmens auf diesem Markt.

Aus diesen Größen entstehen drei Kennzahlen:

KennzahlRechnungAussage
MarktanteilAbsatzvolumen · 100 ÷ MarktvolumenAnteil des Unternehmens am tatsächlich verkauften Markt
SättigungsgradMarktvolumen · 100 ÷ Marktpotenzialwie weit der Markt schon ausgeschöpft ist
Relativer Marktanteileigener Marktanteil ÷ Marktanteil des stärksten WettbewerbersStellung gegenüber dem größten Konkurrenten; ein Wert über 1 bedeutet Marktführerschaft

Zähler und Nenner haben immer dieselbe Größe: Umsatz durch Umsatz (wertmäßiger Marktanteil) oder Stück durch Stück (mengenmäßiger Marktanteil). Wer teurer verkauft als der Durchschnitt, hat einen höheren wertmäßigen als mengenmäßigen Marktanteil.

Beispiel

Im Markt für LED-Hallenleuchten in Deutschland hätten 2025 nach einer Schätzung des Branchenverbands 800.000 Leuchten abgesetzt werden können (Marktpotenzial). Verkauft wurden 520.000 Stück (Marktvolumen), davon 31.200 von der Norlid Leuchten GmbH. Ihr mengenmäßiger Marktanteil beträgt 31.200 · 100 ÷ 520.000 = 6 %, der Sättigungsgrad 520.000 · 100 ÷ 800.000 = 65 %. Der stärkste Wettbewerber setzte 93.600 Stück ab, also 18 % des Markts. Der relative Marktanteil der GmbH ist 6 ÷ 18 = 0,33: Sie ist deutlich kleiner als der Marktführer. Weil der Markt erst zu 65 % ausgeschöpft ist, kann sie auch mit Kunden wachsen, die bisher noch keine LED-Hallenleuchten gekauft haben.

Prozent und Prozentpunkte

Steigt ein Marktanteil von 6 % auf 7,5 %, wächst er um 1,5 Prozentpunkte. Bezogen auf den alten Anteil sind das 1,5 · 100 ÷ 6 = 25 %. Prozentpunkte geben den Abstand zwischen zwei Prozentsätzen an, Prozent die Veränderung im Verhältnis zum Ausgangswert. In einem Bericht an die Geschäftsführung muss klar sein, welche der beiden Angaben gemeint ist.

Steigender Absatz ist auch noch kein Erfolg. Wächst das Marktvolumen schneller als der eigene Absatz, sinkt der Marktanteil: Die Wettbewerber haben dann mehr vom Wachstum des Markts mitgenommen.

Wettbewerbsanalyse

Die Wettbewerbsanalyse klärt, wer mit welchen Mitteln um dieselben Kunden wirbt. Dazu zählen direkte Wettbewerber mit gleichartigen Produkten und Anbieter von Ersatzprodukten (Substituten), bei Hallenleuchten etwa Hersteller von Lichtkuppeln, die Tageslicht in die Halle bringen. Verglichen werden vor allem:

  • Marktanteil und Entwicklung des Umsatzes,
  • Produktprogramm, Qualität und Service,
  • Preise, Rabatte und Zahlungsbedingungen,
  • Absatzwege und Lieferzeiten,
  • Werbung und Auftritte auf Messen.

Die Daten stammen zum großen Teil aus der Sekundärforschung: Websites, Kataloge, Preislisten und veröffentlichte Jahresabschlüsse der Wettbewerber, Branchenstatistiken und die Berichte des eigenen Außendiensts. Dazu kommt Primärforschung, etwa eine Befragung von Kunden, mit welchen Anbietern sie die GmbH vergleichen, oder Gespräche auf einer Fachmesse.

Das Ergebnis fasst oft ein Stärken-Schwächen-Profil zusammen. Jedes Merkmal wird für das eigene Unternehmen und die wichtigsten Wettbewerber auf derselben Skala bewertet, hier von 1 (schwach) bis 5 (stark):

MerkmalNorlid Leuchten GmbHWettbewerber AWettbewerber B
Lebensdauer und Lichtqualität543
Preis (5 = günstig)235
Lieferzeit432
Beratung und Service442
Bekanntheit253

Die GmbH punktet mit Qualität und kurzer Lieferzeit, ist aber teurer und weniger bekannt als Wettbewerber A. Passende Antworten wären Werbung, die vor allem die Bekanntheit steigert, und Verkaufsargumente, die die längere Lebensdauer in eingesparten Kosten ausdrücken. Stärken und Schwächen gegenüber dem Wettbewerb gehen später in die SWOT-Analyse ein.

Kapitel 7: Produktlebenszyklus, Portfolio und SWOT-Analyse anwenden

Kapitel 7 von 19

Lesezeit etwa 4 Minuten

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Drei Werkzeuge helfen der Geschäftsführung, das Produktprogramm als Ganzes zu beurteilen: Der Produktlebenszyklus zeigt, wo ein einzelnes Produkt in seiner Entwicklung steht. Die Portfolioanalyse vergleicht alle Produkte miteinander und zeigt, wo investiert werden soll. Die SWOT-Analyse stellt die Lage des Unternehmens seinem Umfeld gegenüber.

Produktlebenszyklus

Das Modell teilt den Weg eines Produkts am Markt in fünf Phasen. Umsatz und Gewinn verlaufen dabei typisch, aber nicht gleich:

PhaseUmsatzGewinntypische Maßnahmen
Einführungniedrig, steigt langsammeist Verlust, weil Entwicklung und Markteinführung viel kostenstarke Werbung, Einführungspreis, Händler gewinnen
Wachstumsteigt starkGewinnschwelle wird überschritten, Gewinn steigtAbsatzwege ausbauen, gegen erste Nachahmer abgrenzen
Reifewächst noch, aber langsamerhoch, hat seinen Höchststand oft schon erreichtProduktvariation, Preise und Konditionen anpassen
Sättigungerreicht den Höchststand und stagniertsinkt, weil der Preisdruck zunimmtKosten senken, Kunden binden, Relaunch prüfen
Rückgangsinkt deutlichgering, am Ende VerlustWerbung zurückfahren, Nachfolger einführen, Elimination vorbereiten

Das Modell ist eine Vereinfachung. Wie lange eine Phase dauert, ist von Produkt zu Produkt verschieden, manche Produkte scheitern schon in der Einführung, andere bleiben jahrzehntelang in der Reife. Es zeigt aber, dass ein Unternehmen rechtzeitig Nachfolger braucht, bevor die heutigen Umsatzträger zurückgehen.

Portfolioanalyse mit der BCG-Matrix

Die BCG-Matrix ordnet jedes Produkt nach zwei Größen ein: dem Marktwachstum des Markts, auf dem es verkauft wird, und dem relativen Marktanteil (eigener Marktanteil ÷ Marktanteil des stärksten Wettbewerbers). Die Grenze beim relativen Marktanteil liegt bei 1, die Grenze für hohes Wachstum legt das Unternehmen fest, etwa beim Durchschnitt der Branche.

FeldMarktwachstumrelativer MarktanteilNormstrategie
Question Markhochunter 1entscheiden: gezielt investieren, um Marktanteil zu gewinnen, oder zurückziehen
Starhochüber 1investieren, um die starke Stellung im wachsenden Markt zu halten
Cash Cowniedrigüber 1Stellung halten, wenig investieren, Überschüsse für andere Produkte nutzen
Poor Dogniedrigunter 1kaum noch investieren, Rückzug vorbereiten

Ein ausgewogenes Portfolio hat genug Cash Cows, deren Überschüsse die Stars und ausgewählte Question Marks finanzieren. Mit dem Produktlebenszyklus hängt die Matrix eng zusammen: Question Marks stehen meist in der Einführung, Stars im Wachstum, Cash Cows in Reife und Sättigung, Poor Dogs im Rückgang.

Beispiel

Die Norlid Leuchten GmbH setzt die Grenze für hohes Marktwachstum bei 8 %. Ihre Produktgruppen:

  • Leuchten für Kühl- und Tiefkühllager: Marktwachstum 2 %, relativer Marktanteil 1,8, also Cash Cow.
  • Pflanzenleuchten für Gewächshäuser: Marktwachstum 15 %, relativer Marktanteil 1,2, also Star.
  • Außenleuchten für Betriebsgelände: Marktwachstum 11 %, relativer Marktanteil 0,25, also Question Mark.
  • LED-Röhren als Ersatz für alte Leuchtstoffröhren: Marktwachstum −6 %, relativer Marktanteil 0,4, also Poor Dog.

Die Überschüsse der Kühllagerleuchten fließen in die Pflanzenleuchten. Für die Außenleuchten muss die GmbH entscheiden, ob sie den Anteil mit viel Geld ausbauen will. Die Ersatzröhren laufen aus, sobald die Stammkunden umgerüstet haben.

SWOT-Analyse

Die SWOT-Analyse trennt zwei Blickrichtungen. Stärken (Strengths) und Schwächen (Weaknesses) liegen im Unternehmen selbst und lassen sich durch eigene Entscheidungen ändern. Chancen (Opportunities) und Risiken (Threats) kommen von außen, aus Markt, Technik, Gesetzgebung oder Gesellschaft; das Unternehmen kann sie nicht steuern, nur darauf reagieren. Die Stärken und Schwächen stammen aus der Wettbewerbsanalyse, Chancen und Risiken aus der Beobachtung des Markts.

ChancenRisiken
StärkenStärken einsetzen, um Chancen zu nutzenStärken einsetzen, um Risiken abzuwehren
SchwächenSchwächen abbauen, um Chancen nicht zu verpassenSchwächen abbauen, damit Risiken nicht gefährlich werden
Beispiel

Für ihre Pflanzenleuchten notiert die Norlid Leuchten GmbH: Stärke ist das eigene Entwicklungsteam, das das Lichtspektrum auf einzelne Gemüsesorten abstimmt. Schwäche ist, dass alle LED-Module von einem einzigen Hersteller in Taiwan kommen. Chance: Gartenbaubetriebe wollen ihren Stromverbrauch senken. Risiko: Neue Anbieter drängen mit sehr niedrigen Preisen auf den Markt. Daraus folgt etwa: Die GmbH wirbt mit dem Stromverbrauch je Kilogramm Ernte (Stärke trifft Chance) und sucht einen zweiten Modullieferer (Schwäche abbauen, bevor ein Lieferausfall zum Risiko wird).

Häufiger Fehler: Eine Entwicklung am Markt als Schwäche einordnen. Billige Konkurrenz ist ein Risiko, hohe eigene Kosten wären eine Schwäche.

Kapitel 8: Produktpolitik: Nutzen gestalten und das Produktprogramm weiterentwickeln

Kapitel 8 von 19

Lesezeit etwa 3 Minuten

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Die Produktpolitik legt fest, welche Erzeugnisse ein Unternehmen anbietet, wie sie gestaltet sind und wie sich das Programm im Lauf der Zeit verändert. Sie ist eng mit dem Produktlebenszyklus verbunden: Wer nichts erneuert, hat irgendwann nur noch Produkte im Rückgang.

Grundnutzen und Zusatznutzen

Kunden kaufen keinen Gegenstand, sondern einen Nutzen. Der Grundnutzen ist der technische Zweck: Eine Hallenleuchte soll die Arbeitsplätze mit der nötigen Helligkeit ausleuchten. Der Zusatznutzen ist alles, was darüber hinausgeht:

  • ein Design, das zur Architektur des Gebäudes passt,
  • eine Marke, die bei Architekten und Bauherren Ansehen genießt,
  • Service wie kostenlose Lichtplanung, Montagehilfe oder eine verlängerte Garantie,
  • Bequemlichkeit, etwa die Steuerung über eine App.

Sind sich die Produkte mehrerer Anbieter technisch ähnlich, entscheidet oft der Zusatznutzen über den Kauf. Gestaltet wird er über Qualität, Form und Design, Verpackung, Marke sowie Kundendienst und Garantie.

Breite und Tiefe des Produktprogramms

Die Programmbreite ist die Zahl der Produktgruppen, die Programmtiefe die Zahl der Ausführungen innerhalb einer Gruppe. Die Norlid Leuchten GmbH bietet fünf Produktgruppen an; ihre Hallenleuchten gibt es in zwölf Ausführungen, die sich in Leistung, Abstrahlwinkel und Gehäuse unterscheiden. Ein breites und tiefes Programm bindet Kunden, die alles aus einer Hand wollen, verursacht aber höhere Kosten für Entwicklung, Lager und Werbung.

Instrumente der Produktpolitik

InstrumentWas geschiehtWirkung auf das ProgrammBeispiel bei der Norlid Leuchten GmbH
Produktinnovationein neues Produkt wird entwickelt und eingeführt, als Marktneuheit oder als Neuheit nur für das Unternehmenwird größerHallenleuchte mit Sensor, der meldet, welche Bereiche der Halle belegt sind
Produktvariationein vorhandenes Produkt wird verändert, das bisherige Modell entfälltZahl der Produkte bleibt gleichHallenleuchte mit leichterem Gehäuse und sparsameren Modulen ersetzt das alte Modell
Produktdifferenzierungzu einem vorhandenen Produkt kommt eine weitere Ausführung hinzu, das bisherige bleibtwird tieferBüroleuchte zusätzlich in Schwarz und mit warmweißem Licht
Diversifikationneue Produkte für neue Märktewird breiterDeckenventilatoren für Hallen (horizontal), eigene Fertigung der LED-Module (vertikal), Gartenmöbel (lateral)
Produkteliminationein Produkt wird aus dem Programm genommenwird kleinerLED-Ersatzröhren für alte Leuchtstoffleuchten laufen aus

Wird ein Produkt in der Reife oder Sättigung gezielt verändert und neu beworben, um seinen Lebenszyklus zu verlängern, spricht man von einem Relaunch; er ist eine Form der Produktvariation.

Eine Produktinnovation entsteht in festen Schritten: Ideen sammeln (aus Kundenwünschen, Reklamationen, Außendienst, Entwicklung), Ideen grob prüfen und auswählen, einen Prototyp entwickeln und technisch testen, das Produkt bei ausgewählten Kunden im Markttest erproben und es schließlich einführen. Nach jedem Schritt kann die Idee noch scheitern; je später, desto teurer.

Wann ein Produkt aus dem Programm genommen wird

Für eine Elimination sprechen sinkender Umsatz und Marktanteil, ein dauerhaft negativer oder sehr geringer Deckungsbeitrag, hohe Lagerbestände und ein Produkt, das veraltet wirkt und dem Ansehen schadet. Dagegen sprechen Verbundwirkungen, wenn Kunden das Produkt zusammen mit anderen kaufen, und Pflichten gegenüber Kunden, die das Produkt schon haben, etwa Ersatzteile und Gewährleistung.

Maßgeblich ist der Deckungsbeitrag, nicht der Gewinn nach Vollkosten. Die Fixkosten fallen kurzfristig weiter an, auch wenn das Produkt entfällt.

Beispiel

Die LED-Ersatzröhren erzielen 10,80 € je Stück, ihre variablen Kosten betragen 10,30 €. Der Deckungsbeitrag ist mit 0,50 € je Stück noch positiv, sinkt aber seit drei Jahren, und der Absatz geht zurück. Viele Stammkunden kaufen die Röhren zusammen mit neuen Hallenleuchten. Die GmbH nimmt die Röhren deshalb nicht sofort heraus, sondern kündigt den Kunden das Auslaufen zum Ende des nächsten Jahres an und bietet ihnen den Umstieg auf Hallenleuchten an.

Kapitel 9: Preisdifferenzierung und Konditionen­politik

Kapitel 9 von 19

Lesezeit etwa 3 Minuten

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Der Listenpreis sagt wenig darüber, was ein Kunde am Ende wirklich zahlt. Viele Unternehmen verlangen für dasselbe Produkt nicht überall denselben Preis, und über Rabatte, Bonus, Zahlungs- und Lieferbedingungen verändern sie den Preis zusätzlich. Beides gehört zur Preispolitik, die über die Preisbildung und die Preisstrategien hinausgeht.

Preisdifferenzierung

Bei der Preisdifferenzierung verkauft ein Unternehmen gleiche oder fast gleiche Produkte zu unterschiedlichen Preisen. So schöpft es die unterschiedliche Zahlungsbereitschaft seiner Kunden besser aus, gewinnt preisbewusste Käufer dazu oder verteilt die Nachfrage gleichmäßiger über das Jahr.

ArtDer Preis hängt ab von …Beispiel bei der Norlid Leuchten GmbH
personellder KäufergruppeInstallationsbetriebe zahlen weniger als Privatkunden im Onlineshop
räumlichdem Ort des Verkaufsdieselbe Leuchte kostet in den Niederlanden mehr als in Deutschland
zeitlichdem Zeitpunkt des Kaufs oder der BestellungAußenleuchten sind günstiger, wenn sie im Winter für das Frühjahr bestellt werden
mengenmäßigder Abnahmemengeab 50 Stück sinkt der Stückpreis
sachlichder Ausführung oder dem Verwendungszweckdie Ausführung mit Sensor kostet deutlich mehr, als der Sensor in der Herstellung zusätzlich kostet

Preisdifferenzierung funktioniert nur unter Bedingungen. Die Teilmärkte müssen sich voneinander trennen lassen, die Käufer dort müssen unterschiedlich viel zu zahlen bereit sein, und Käufer im günstigen Teilmarkt dürfen die Ware nicht einfach an Käufer im teuren Teilmarkt weiterverkaufen. Außerdem muss der Mehrerlös die Kosten der Trennung übersteigen, etwa für eigene Preislisten oder die Prüfung von Fachhandelsausweisen. Wer marktbeherrschend ist, darf ein Unternehmen, das bei ihm kauft, nicht ohne sachlich gerechtfertigten Grund anders behandeln als gleichartige Unternehmen (§ 19 Abs. 2 Nr. 1 GWB), etwa einen Händler schlechter stellen als andere Händler. Privatkunden erfasst diese Vorschrift nicht.

Konditionenpolitik

Konditionen sind die vereinbarten Bedingungen neben dem Listenpreis. Mit ihnen steuert ein Unternehmen, wie viel, wie oft und wie schnell seine Kunden kaufen und zahlen.

KonditionWie sie wirktZiel des Anbieters
MengenrabattAbzug in der Rechnung ab einer Mindestmenge je Auftraggrößere Aufträge, weniger Kosten je Auftrag
WiederverkäuferrabattAbzug für Händler, die Lager, Beratung und Weiterverkauf übernehmenden Handel als Absatzmittler gewinnen
TreuerabattAbzug für langjährige KundenKunden binden
Einführungsrabattbefristeter Abzug für ein neues Produktdie Einführung beschleunigen
Naturalrabattzusätzliche Ware statt eines Abzugs in GeldAbsatz erhöhen, ohne den Stückpreis zu senken
Bonusnachträgliche Gutschrift am Ende eines Zeitraums, wenn ein vereinbarter Umsatz erreicht istKunden binden, Einkäufe beim eigenen Unternehmen bündeln
SkontoAbzug bei Zahlung innerhalb einer kurzen Fristschneller an das Geld kommen, Ausfallrisiko senken
ZahlungszielZahlung erst nach einer vereinbarten FristKaufanreiz für Kunden mit knapper Liquidität
Lieferbedingungenetwa frei Haus ab einem Mindestbestellwert, Mindermengenzuschlag bei KleinaufträgenKleinaufträge vermeiden, Transportkosten decken

Rabatte werden schon in der Rechnung abgezogen. Der Bonus wird erst nachträglich gutgeschrieben; Lieferer und Kunde berichtigen dann ihre Umsatzsteuer bzw. Vorsteuer (§ 17 Abs. 1 UStG). Konditionen wirken wie eine versteckte Preisdifferenzierung: Zwei Kunden mit demselben Listenpreis zahlen am Ende unterschiedlich viel.

Beispiel

Die Norlid Leuchten GmbH gewährt Elektrogroßhändlern auf den Listenpreis von 120,00 € netto je Hallenleuchte 25 % Wiederverkäuferrabatt, ab 200 Stück je Auftrag zusätzlich 5 % Mengenrabatt vom bereits ermäßigten Preis, 2 % Skonto bei Zahlung innerhalb von 10 Tagen, sonst 30 Tage Ziel. Ein Großhändler bestellt 240 Stück:

RechnungBetrag
Listenpreis 240 · 120,00 €28.800,00 €
− Wiederverkäuferrabatt 25 %7.200,00 €
= Zwischensumme21.600,00 €
− Mengenrabatt 5 %1.080,00 €
= Warenwert netto20.520,00 €
+ Umsatzsteuer 19 %3.898,80 €
= Rechnungsbetrag24.418,80 €
− Skonto 2 %488,38 €
= Überweisungsbetrag23.930,42 €

Netto und nach Skonto bekommt die GmbH für eine Leuchte nur 20.520,00 € · 0,98 ÷ 240 = 83,79 €, also gut 30 % weniger als der Listenpreis.

Kapitel 10: Kommunikations­instrumente, Corporate Identity und Messe

Kapitel 10 von 19

Lesezeit etwa 3 Minuten

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Kommunikationspolitik umfasst alles, womit ein Unternehmen Kunden, Händler und Öffentlichkeit informiert und beeinflusst. Die Instrumente unterscheiden sich darin, wen sie erreichen und wie schnell sie wirken.

Instrumente der Kommunikationspolitik

InstrumentKennzeichenBeispiel bei der Norlid Leuchten GmbH
Werbungbezahlte Botschaft über Medien an viele Personen der ZielgruppeAnzeige in einer Fachzeitschrift für Gebäudetechnik
Verkaufsförderungzeitlich begrenzte Anreize für Händler, deren Verkaufspersonal oder EndkundenVerkaufsdisplays und Prämien für das Personal von Großhändlern
Öffentlichkeitsarbeit (Public Relations)Vertrauen und Ansehen des ganzen Unternehmens, nicht eines einzelnen ProduktsTag der offenen Tür, Pressemitteilung zur neuen Fertigungshalle
SponsoringGeld oder Sachleistungen für Sport, Kultur oder Soziales gegen eine vereinbarte Gegenleistung, etwa die Nennung des NamensBeleuchtung der Sporthalle des örtlichen Handballvereins
persönlicher VerkaufGespräch zwischen Außendienst und KundeBeratung eines Planungsbüros bei der Lichtplanung
Messenpersönlicher Kontakt mit vielen Fachbesuchern an wenigen TagenStand auf einer Fachmesse für Licht und Gebäudetechnik

Anders als bei einer Spende erwartet der Sponsor eine Gegenleistung. Online-Kommunikation wird teils als eigenes Instrument geführt, oft unter dem Namen Online-Marketing. Hier gilt sie als Weg, auf dem die genannten Instrumente wirken, etwa Werbung in Suchmaschinen oder Pressemitteilungen auf der eigenen Website.

Corporate Identity

Die Corporate Identity (CI) ist das Selbstverständnis eines Unternehmens, das es nach innen und außen einheitlich zeigt. Grundlage ist das Unternehmensleitbild. Die CI hat drei Bestandteile:

  • Corporate Design: das einheitliche Erscheinungsbild, also Logo, Farben, Schrift, Briefbogen, Website, Fahrzeuge und Messestand.
  • Corporate Behaviour: das Verhalten gegenüber Kunden, Beschäftigten, Lieferern und Öffentlichkeit, etwa wie schnell und wie freundlich Reklamationen bearbeitet werden.
  • Corporate Communication: die abgestimmte Kommunikation nach innen und außen, von der Pressemitteilung bis zur Mitarbeiterzeitung.

Passen die drei Bestandteile zusammen, entsteht in der Öffentlichkeit ein klares Bild des Unternehmens, das Corporate Image. Ein Widerspruch schadet: Wer mit Service wirbt, aber Anfragen tagelang unbeantwortet lässt, verliert Glaubwürdigkeit.

Beispiel

Das Leitbild der Norlid Leuchten GmbH lautet: sparsames, langlebiges Licht aus Lüneburg. Im Corporate Design zeigt sich das in einem schlichten Logo in Dunkelblau und Weiß, das auf allen Leuchten, Fahrzeugen und Unterlagen gleich aussieht. Zum Corporate Behaviour gehört die Zusage, jede Reklamation innerhalb von 24 Stunden zu beantworten und Ersatzteile zehn Jahre lang zu liefern. In der Corporate Communication stellt die GmbH in Anzeigen, Pressemitteilungen und Gesprächen immer dieselbe Botschaft nach vorn: den geringen Stromverbrauch über die ganze Lebensdauer.

Messe

Auf einer Fachmesse treffen Anbieter auf Fachbesucher einer Branche; Publikumsmessen stehen allen offen. Ein Messeauftritt ist teuer und muss deshalb wie ein Projekt geplant werden:

  1. Vorbereiten: Messeziele festlegen (z. B. 300 Fachgespräche, 20 Neukunden), die Messe nach Besucherstruktur und Kosten auswählen, Stand buchen und gestalten, Kunden einladen, das Standpersonal schulen.
  2. Durchführen: Besucher ansprechen, beraten, jedes Gespräch in einem Gesprächsbericht festhalten, die Stände der Wettbewerber beobachten.
  3. Nachbereiten: jeden Kontakt zügig nachfassen, etwa mit einem Angebot, und den Erfolg auswerten: Zahl und Qualität der Kontakte, Aufträge, Kosten je Kontakt und je Auftrag.

Zu den Messekosten gehören Standmiete, Standbau, Transport, Personal, Reise und Übernachtung, Bewirtung sowie Prospekte und Muster.

Beispiel

Der letzte Messeauftritt der GmbH kostete 48.000 €. Am Stand fanden 320 Fachgespräche statt, daraus entstanden 16 Aufträge von Neukunden. Kosten je Kontakt: 48.000 € ÷ 320 = 150 €. Kosten je Neukundenauftrag: 48.000 € ÷ 16 = 3.000 €. Ob sich das lohnt, zeigt der Vergleich mit dem Deckungsbeitrag dieser Aufträge und mit den Kosten anderer Wege zum Neukunden, etwa Besuchen des Außendiensts.

Kapitel 11: Werbeplanung: Werbeplan, Werbebudget und Werbeerfolgskontrolle

Kapitel 11 von 19

Lesezeit etwa 3 Minuten

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Werbung kostet Geld, bevor sie wirkt. Damit sie wirkt, wird sie geplant, mit einem festen Budget ausgestattet und hinterher kontrolliert.

Der Werbeplan

FrageElement des WerbeplansBeispiel der Norlid Leuchten GmbH
Was soll erreicht werden?Werbeziel, messbar und mit TerminBekanntheit bei Planungsbüros in Norddeutschland innerhalb von zwölf Monaten von 15 % auf 30 % steigern
Wofür wird geworben?WerbeobjektBüroleuchten mit Tageslichtsensor
Wer soll erreicht werden?Zielgruppe (Streukreis)Planungsbüros für Gebäudetechnik und Architekturbüros
Was soll ankommen?Werbebotschaftweniger Stromverbrauch bei gleicher Lichtqualität
Womit und worüber?Werbemittel und WerbeträgerAnzeige in einer Fachzeitschrift, Newsletter eines Fachverbands, Anzeigen in einer Suchmaschine
Wo und wann?Streugebiet und StreuzeitNorddeutschland, März bis Mai
Wie viel darf es kosten?Werbebudget40.000 €

Werbeziele sind ökonomisch (Umsatz, Absatz, Marktanteil) oder außerökonomisch (Bekanntheit, Image, Erinnerung an die Botschaft). Nur ein messbares Ziel lässt sich später kontrollieren. Die Werbung muss den Werbegrundsätzen entsprechen und darf nicht irreführen (§ 5 Abs. 1 UWG).

Das Werbebudget festlegen

MethodeVorgehenSchwäche
Prozent vom Umsatzfester Prozentsatz vom Umsatz des Vorjahrs oder vom geplanten Umsatzsinkt der Umsatz, sinkt das Budget gerade dann, wenn mehr Werbung nötig wäre
nach verfügbaren Mittelnwas nach den übrigen Ausgaben übrig bleibtkein Bezug zu den Werbezielen
am Wettbewerb orientiertso viel wie die wichtigsten Konkurrentenübernimmt deren Fehler, eigene Ziele bleiben außen vor
ziel- und aufgabenorientiertKosten der Maßnahmen, die für das Werbeziel nötig sindaufwendig, braucht Erfahrungswerte über die Wirkung

Die umsatzbezogenen Methoden sind einfach, drehen aber Ursache und Wirkung um: Werbung soll Umsatz schaffen, nicht vom Umsatz abhängen. Fachlich am besten begründet ist die ziel- und aufgabenorientierte Methode.

Den Werbeträger auswählen

Werbeträger lassen sich über den Tausenderkontaktpreis vergleichen: Werbekosten · 1.000 ÷ Zahl der Kontakte. Er sagt, was es kostet, 1.000 Personen zu erreichen. Entscheidend sind aber die Kontakte in der Zielgruppe, alles andere ist Streuverlust.

Beispiel

Eine Anzeige in einer allgemeinen Fachzeitschrift für Bauen kostet 3.600 € und erreicht 40.000 Leser, der Newsletter eines Fachverbands für Gebäudetechnik kostet 1.500 € bei 12.000 Lesern. Tausenderkontaktpreis: 3.600 € · 1.000 ÷ 40.000 = 90 € gegenüber 1.500 € · 1.000 ÷ 12.000 = 125 €. Von den Zeitschriftenlesern gehören aber nur 25 % zur Zielgruppe, beim Newsletter 80 %. In der Zielgruppe kostet die Zeitschrift 3.600 € · 1.000 ÷ 10.000 = 360 €, der Newsletter 1.500 € · 1.000 ÷ 9.600 = 156,25 € je 1.000 Kontakte. Der Newsletter ist der bessere Werbeträger.

Werbeerfolgskontrolle

  • Außerökonomischer Werbeerfolg: Wie viele Personen wurden erreicht (Reichweite, Kontakte, Klicks)? Wie viele kennen das Produkt jetzt (Bekanntheit), erinnern sich an die Botschaft oder erkennen die Anzeige wieder? Gemessen wird mit Befragungen vor und nach der Kampagne oder mit den Zahlen der Online-Werbung.
  • Ökonomischer Werbeerfolg: Wie viel Umsatz hat die Werbung gebracht? Die Werberendite setzt den Umsatzzuwachs ins Verhältnis zu den Werbekosten. Ob sich die Werbung gelohnt hat, zeigt aber erst der zusätzliche Deckungsbeitrag im Vergleich zu den Werbekosten.

Schwierig ist die Zurechnung: Umsatz steigt auch wegen der Konjunktur, eines neuen Preises oder eines Lieferproblems beim Wettbewerber. Klarer wird sie mit Aktionscodes, eigenen Zielseiten im Internet oder einem Vergleich zwischen einem Gebiet mit und einem ohne Werbung.

Beispiel

Eine Kampagne für Büroleuchten kostet 24.000 €. Der Umsatz steigt im Kampagnenzeitraum von 400.000 € (gleicher Zeitraum im Vorjahr) auf 460.000 €; andere Ursachen sind nicht erkennbar. Werberendite: 60.000 € · 100 ÷ 24.000 € = 250 %. Die Deckungsbeitragsquote der Büroleuchten beträgt 20 %, der zusätzliche Deckungsbeitrag also 12.000 €. Er deckt die Werbekosten nicht; die Kampagne hat sich im Zeitraum nicht bezahlt gemacht, auch wenn die Werberendite hoch wirkt. Sie kann sich trotzdem lohnen, wenn die neuen Kunden später erneut kaufen.

Kapitel 12: Reisender oder Handelsvertreter: Kosten vergleichen und entscheiden

Kapitel 12 von 19

Lesezeit etwa 3 Minuten

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Will ein Industrieunternehmen ein Verkaufsgebiet direkt bearbeiten, wählt es zwischen zwei Absatzorganen: einem eigenen Reisenden, der angestellt ist, oder einem selbstständigen Handelsvertreter. Beide verkaufen im Namen des Unternehmens und erwerben kein Eigentum an der Ware. Sie unterscheiden sich in der Rechtsstellung, in der Vergütung und damit in ihren Kosten.

Rechtsstellung und Vergütung

MerkmalReisenderHandelsvertreter
Rechtsstellungkaufmännischer Angestellter (§ 59 HGB), an Weisungen gebundenselbstständiger Gewerbetreibender (§ 84 Abs. 1 HGB), bestimmt Arbeitszeit und Vorgehen weitgehend selbst
Vergütungfestes Gehalt (Fixum), oft zusätzlich Provision (§ 65 HGB)Provision für die Geschäfte, die auf seine Tätigkeit zurückgehen (§ 87 Abs. 1 HGB)
weitere Kosten für das UnternehmenArbeitgeberanteile zur Sozialversicherung, Dienstwagen, Reisekosteneigene Geschäftskosten trägt er grundsätzlich selbst (§ 87d HGB), manchmal kommt eine vereinbarte Pauschale hinzu
Bindungarbeitet nur für sein Unternehmenkann für mehrere Unternehmen tätig sein, wenn sie nicht miteinander konkurrieren
Ende der ZusammenarbeitKündigung des ArbeitsverhältnissesKündigungsfristen nach § 89 HGB; danach kann ein Ausgleichsanspruch für die geworbenen Kunden entstehen (§ 89b HGB)

Ohne abweichende Vereinbarung wird die Provision vom Entgelt einschließlich Umsatzsteuer berechnet (§ 87b Abs. 2 HGB). In Verträgen wird oft der Nettoumsatz vereinbart, so auch in den Beispielen hier.

Kostenvergleich und kritischer Umsatz

Der Reisende verursacht hohe fixe Kosten, die auch anfallen, wenn er wenig verkauft; seine Provision ist meist niedrig. Der Handelsvertreter kostet fast nur Provision, die mit dem Umsatz steigt. Bei kleinem Umsatz ist deshalb der Handelsvertreter günstiger, bei großem der Reisende. Der Umsatz, bei dem beide gleich viel kosten, heißt kritischer Umsatz:

Kritischer Umsatz = (Fixkosten Reisender − Fixkosten Handelsvertreter) · 100 ÷ (Provisionssatz Handelsvertreter − Provisionssatz Reisender)

Beispiel

Die Norlid Leuchten GmbH will das Gebiet Hessen direkt bearbeiten. Ein Reisender würde jährlich 72.000 € fixe Kosten verursachen (Gehalt mit Arbeitgeberanteilen, Dienstwagen, Reisekosten) und 2 % Provision vom Nettoumsatz erhalten. Ein Handelsvertreter verlangt 8 % Provision und eine Pauschale von 6.000 € im Jahr.

Kritischer Umsatz = (72.000 € − 6.000 €) · 100 ÷ (8 − 2) = 1.100.000 €

Umsatz nettoKosten ReisenderKosten Handelsvertreter
800.000 €88.000 €70.000 €
1.100.000 €94.000 €94.000 €
1.400.000 €100.000 €118.000 €

Rechnet die GmbH mit 1,4 Mio. € Umsatz, ist der Reisende um 18.000 € günstiger. Erwartet sie weniger als 1,1 Mio. €, spricht die Rechnung für den Handelsvertreter.

Was neben den Kosten zählt

Die Rechnung entscheidet nicht allein. Für den Reisenden sprechen, dass das Unternehmen ihm Weisungen geben kann, etwa welche Kunden er besucht und welche Produkte er vorstellt, dass er nur für dieses Unternehmen verkauft, die Produkte genau kennt und die Kunden an das Unternehmen bindet. Für den Handelsvertreter sprechen, dass er Gebiet und Kunden oft schon kennt und schnell Umsatz bringt, dass seine Kosten mit dem Umsatz sinken, wenn das Geschäft schlecht läuft, und dass keine Einarbeitung nötig ist. Gegen ihn sprechen der Ausgleichsanspruch bei Vertragsende und das Risiko, dass er sich mehr um andere Hersteller kümmert.

Ist der Umsatz in einem neuen Gebiet unsicher, beginnen viele Unternehmen mit einem Handelsvertreter. Steigt der Umsatz dauerhaft über den kritischen Umsatz, prüfen sie den Wechsel zum Reisenden; den Ausgleichsanspruch rechnen sie dabei ein.

Kapitel 13: Außenhandel: Incoterms 2020, Dokumentenakkreditiv und Dokumenteninkasso im Ablauf

Kapitel 13 von 19

Lesezeit etwa 4 Minuten

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Wer ins Ausland verkauft, erschließt neue Kunden, wächst über den Inlandsmarkt hinaus und verteilt sein Risiko auf mehrere Länder. Wer im Ausland einkauft, findet oft günstigere oder bessere Lieferer. Dem stehen besondere Risiken gegenüber: lange Transportwege, ein Geschäftspartner, den man kaum kennt und gegen den sich Ansprüche schwer durchsetzen lassen, Wechselkurse, Zoll, fremdes Recht und politische Unsicherheit. Lieferklauseln und Zahlungsbedingungen verteilen diese Risiken zwischen Käufer und Verkäufer.

Incoterms 2020: Kosten und Gefahr

Die Incoterms der Internationalen Handelskammer (ICC) gelten, wenn die Vertragspartner sie vereinbaren, mit Klausel, Ort und Fassung, etwa „FCA Lüneburg Incoterms 2020“. Jede Klausel regelt zwei Punkte, die man auseinanderhalten muss:

  • Kostenübergang: bis wohin der Verkäufer die Kosten für den Transport trägt,
  • Gefahrübergang: ab wann der Käufer das Risiko trägt, dass die Ware verloren geht oder beschädigt wird.
KlauselKosten trägt der Verkäufer bisGefahr geht überTransport
EXW (ab Werk)Bereitstellung am benannten Ort, unverladendortalle
FCA (frei Frachtführer)Übergabe an den Frachtführer des Käufers am benannten Ortdortalle
CPT (frachtfrei)benannter Bestimmungsortbei Übergabe an den ersten Frachtführeralle
CIP (frachtfrei versichert)benannter Bestimmungsort, dazu Transportversicherung mit umfassender Deckungbei Übergabe an den ersten Frachtführeralle
DAP (geliefert benannter Ort)Bestimmungsort, entladebereit auf dem ankommenden Fahrzeugdortalle
DPU (geliefert benannter Ort entladen)Bestimmungsort, entladendort, nach dem Entladenalle
DDP (geliefert verzollt)Bestimmungsort, entladebereit, mit Einfuhrabfertigung und Einfuhrabgabendortalle
FAS (frei Längsseite Schiff)Längsseite des Schiffs im VerschiffungshafendortSchiff
FOB (frei an Bord)an Bord des Schiffs im VerschiffungshafendortSchiff
CFR (Kosten und Fracht)Bestimmungshafenan Bord im VerschiffungshafenSchiff
CIF (Kosten, Versicherung und Fracht)Bestimmungshafen, dazu Seeversicherung mit Mindestdeckungan Bord im VerschiffungshafenSchiff

Bei den E-, F- und D-Klauseln gehen Kosten und Gefahr am selben Ort über. Bei den C-Klauseln fallen sie auseinander: Der Verkäufer bezahlt den Haupttransport, die Gefahr trägt aber schon während dieses Transports der Käufer. Die Ausfuhrabfertigung übernimmt außer bei EXW der Verkäufer, die Einfuhrabfertigung außer bei DDP der Käufer. Wann das Eigentum übergeht und wie bezahlt wird, regeln die Incoterms nicht.

Beispiel

Die Norlid Leuchten GmbH verkauft Hallenleuchten an einen Großhändler in Oslo, die per Lkw reisen. Bei FCA Lüneburg gehen Kosten und Gefahr über, sobald die GmbH die Leuchten in Lüneburg auf den Lkw des Spediteurs verladen hat, den der Käufer beauftragt hat. Bei CPT Oslo bezahlt die GmbH die Fracht bis Oslo, die Gefahr geht aber schon in Lüneburg bei der Übergabe an den Frachtführer über; ein Unfall unterwegs trifft den Käufer. Bei DAP Oslo trägt die GmbH Kosten und Gefahr bis Oslo; die Einfuhrabfertigung in Norwegen bleibt Sache des Käufers.

Dokumentenakkreditiv: Ablauf

Beim Dokumentenakkreditiv verspricht eine Bank, an den Exporteur zu zahlen, wenn er fristgerecht Dokumente vorlegt, die genau den Bedingungen entsprechen.

  1. Exporteur und Importeur vereinbaren im Kaufvertrag die Zahlung durch Akkreditiv, die verlangten Dokumente und die Fristen.
  2. Der Importeur beauftragt seine Hausbank, das Akkreditiv zu eröffnen (eröffnende Bank).
  3. Die eröffnende Bank eröffnet es und schickt es an eine Bank im Land des Exporteurs (avisierende Bank). Bestätigt diese das Akkreditiv, verpflichtet sie sich zusätzlich selbst zur Zahlung (bestätigende Bank).
  4. Die avisierende Bank teilt dem Exporteur die Eröffnung mit.
  5. Der Exporteur versendet die Ware und erhält die Transportdokumente, etwa das Konnossement.
  6. Er reicht die Dokumente fristgerecht bei der Bank in seinem Land ein. Sie prüft die Dokumente; bei einem bestätigten Akkreditiv zahlt sie, sonst leitet sie die Dokumente zur Zahlung an die eröffnende Bank weiter.
  7. Die eröffnende Bank prüft ebenfalls, zahlt bzw. erstattet den Betrag und belastet das Konto des Importeurs.
  8. Der Importeur erhält die Dokumente und kann damit die Ware beim Frachtführer abholen.

Die Banken prüfen nur die Dokumente, nicht die Ware (Dokumentenstrenge). Weicht ein Dokument ab, etwa durch ein zu spätes Verladedatum, darf die Bank die Zahlung verweigern.

Dokumenteninkasso: Ablauf

Beim Dokumenteninkasso übernehmen die Banken nur die Übergabe der Dokumente, ein Zahlungsversprechen geben sie nicht.

  1. Exporteur und Importeur vereinbaren „Dokumente gegen Zahlung“ oder „Dokumente gegen Akzept“ eines Wechsels.
  2. Der Exporteur versendet die Ware und erhält die Transportdokumente.
  3. Er übergibt die Dokumente mit einem Inkassoauftrag seiner Bank (Einreicherbank).
  4. Die Einreicherbank schickt die Dokumente an eine Bank im Land des Importeurs (Inkassobank).
  5. Die Inkassobank händigt dem Importeur die Dokumente nur gegen Zahlung bzw. gegen Akzept aus.
  6. Der Betrag geht über die Banken an den Exporteur; der Importeur holt mit den Dokumenten die Ware ab.

Zahlt der Importeur nicht, behält der Exporteur über die Dokumente die Verfügung über die Ware. Sie liegt dann aber schon im Ausland und muss eingelagert, anderweitig verkauft oder zurückgeholt werden.

MerkmalDokumentenakkreditivDokumenteninkasso
Zahlungsversprechen einer Bankjanein
Sicherheit für den Exporteurhochmittel
Kosten und Aufwandhöherniedriger
geeignet beineuen oder unsicheren Geschäftspartnern und Ländernbewährten Geschäftspartnern

Kapitel 14: Marketingcontrolling: Kennzahlen auswerten und das Marketingbudget überwachen

Kapitel 14 von 19

Lesezeit etwa 3 Minuten

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Marketingcontrolling prüft, ob die Marketingziele erreicht werden und ob das Geld dafür sinnvoll eingesetzt ist. Es folgt einem festen Kreislauf: Ziele und Budget planen, Istwerte erfassen, Soll und Ist vergleichen, die Ursachen von Abweichungen klären und Maßnahmen ergreifen. Grundlage sind Kennzahlen, die dieselbe Frage jedes Jahr gleich beantworten und sich deshalb vergleichen lassen.

Kennzahlen des Marketings

BereichKennzahlRechnung oder Quelle
MarktMarktanteil, relativer Marktanteileigener Umsatz im Verhältnis zum Marktvolumen bzw. zum stärksten Wettbewerber
Absatz und ErgebnisUmsatz und Absatz je Produktgruppe, Kunde oder GebietAuswertung der Ausgangsrechnungen
Absatz und ErgebnisDeckungsbeitrag und Deckungsbeitragsquote je ProduktgruppeDeckungsbeitrag · 100 ÷ Umsatz
KundenZahl der Neukunden, Anteil der Stammkunden am UmsatzKundendatei
KundenReklamationsquoteZahl der Reklamationen · 100 ÷ Zahl der Lieferungen
KundenKundenzufriedenheitBefragung, z. B. Note von 1 bis 6
KommunikationWerberendite, TausenderkontaktpreisMehrumsatz bzw. Kontakte im Verhältnis zu den Werbekosten
OnlineKlickrateKlicks · 100 ÷ Einblendungen der Anzeige
OnlineKonversionsrateerreichte Ziele (Bestellungen, Anfragen) · 100 ÷ Besuche
OnlineKosten je Klick, Kosten je AnfrageKosten der Anzeige ÷ Klicks bzw. Anfragen
Beispiel

Die Norlid Leuchten GmbH schaltet für ihre Hallenleuchten Anzeigen in einer Suchmaschine. In einem Monat werden die Anzeigen 200.000-mal eingeblendet und 3.000-mal angeklickt; daraus entstehen 60 Anfragen. Die Anzeigen kosten 4.500 €. Klickrate: 3.000 · 100 ÷ 200.000 = 1,5 %. Konversionsrate: 60 · 100 ÷ 3.000 = 2 %. Kosten je Klick: 4.500 € ÷ 3.000 = 1,50 €, Kosten je Anfrage: 4.500 € ÷ 60 = 75 €. Wie gut der Wert von 75 € je Anfrage ist, zeigt erst der Vergleich, etwa mit den Kosten je Kontakt auf einer Messe.

Deckungsbeitrag statt Umsatz

Ein hoher Umsatz sagt noch nicht, wie viel eine Produktgruppe zum Ergebnis beiträgt. Für Marketingentscheidungen zählt der Deckungsbeitrag:

ProduktgruppeUmsatzvariable KostenDeckungsbeitragDeckungsbeitragsquote
Hallenleuchten2.800.000 €2.100.000 €700.000 €25 %
Leuchten für Kühl- und Tiefkühllager2.400.000 €1.320.000 €1.080.000 €45 %

Die Kühllagerleuchten bringen mit weniger Umsatz deutlich mehr Deckungsbeitrag. Jeder zusätzliche Euro Umsatz bringt dort 0,45 € Deckungsbeitrag, bei den Hallenleuchten nur 0,25 €. Werbung für Kühllagerleuchten muss deshalb weniger Mehrumsatz bringen, um sich zu lohnen.

Das Marketingbudget überwachen

Das Marketingbudget wird auf Maßnahmen aufgeteilt und regelmäßig mit den Istkosten verglichen. Die Abweichung ist Ist minus Soll; die prozentuale Abweichung bezieht sie auf das Soll. Bei Kosten ist ein positiver Wert eine Überschreitung und damit ungünstig.

MaßnahmeSollIstAbweichungAbweichung in %
Messe45.000 €48.000 €3.000 €6,67 %
Anzeigen30.000 €24.000 €−6.000 €−20,00 %
Online-Werbung25.000 €28.000 €3.000 €12,00 %
Prospekte und Muster20.000 €15.400 €−4.600 €−23,00 %
Summe120.000 €115.400 €−4.600 €−3,83 %

Das Gesamtbudget ist eingehalten, die Messe und die Online-Werbung sind aber überschritten. Die Ursachen werden geklärt: etwa höhere Standmieten, zusätzliche Anzeigen in der Suchmaschine oder Anzeigen, die ins nächste Jahr verschoben wurden. Dann wird entschieden, ob Mittel umgeschichtet, Maßnahmen gekürzt oder die Planwerte für das nächste Jahr angepasst werden.

Während des Jahres wird das Ist mit dem zeitanteiligen Soll verglichen. Bei gleichmäßig verteiltem Budget sind das am 30.06. sechs Zwölftel des Jahresbudgets. Eine Hochrechnung schätzt, wo das Ist am Jahresende landet, wenn es so weitergeht: Ist bis zum Stichtag ÷ abgelaufene Monate · 12. So zeigt sich eine drohende Überschreitung, solange noch Zeit zum Gegensteuern ist.

Kapitel 15: Englisch in Vertrieb, Marketing & Personal

Kapitel 15 von 19

Lesezeit etwa 3 Minuten

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Anfragen aus dem Ausland, Angebote an internationale Kunden, Stellenanzeigen für ein Exportteam: Im Industriebetrieb begegnet dir Englisch vor allem in Vertrieb, Marketing und Personal. Auch in der Abschlussprüfung können Aufgaben englischsprachige Informationen enthalten, die du auswerten musst. Dieses Kapitel sammelt die wichtigsten Fachbegriffe und zeigt, wie du einen englischen Geschäftstext zuverlässig liest. Was die Instrumente des Marketings bedeuten, steht in den Kapiteln dieses Lernfelds; hier geht es um die Sprache.

Fachbegriffe in Vertrieb, Marketing und Personal

EnglischDeutschEnglischDeutsch
inquiry (auch enquiry)Anfragetarget groupZielgruppe
quotation, offerAngebotmarket shareMarktanteil
orderBestellung, AuftragcompetitorWettbewerber
order confirmationAuftragsbestätigungbrandMarke
delivery noteLieferscheintrade fairMesse
invoiceRechnungadvertisingWerbung
terms of paymentZahlungsbedingungencustomer surveyKundenbefragung
trade discountRabattjob advertisementStellenanzeige
cash discountSkontoapplicant, applicationBewerber, Bewerbung
net 30 dayszahlbar in 30 Tagen ohne AbzugCV (curriculum vitae)Lebenslauf
due dateFälligkeitstagjob interviewVorstellungsgespräch
complaintReklamation, Beschwerdeemployment contractArbeitsvertrag
replacementErsatzlieferungprobationary periodProbezeit
credit noteGutschriftnotice periodKündigungsfrist
commissionProvisionfixed-term, permanentbefristet, unbefristet

Manche Wörter sehen deutsch aus und bedeuten etwas anderes. Diese falschen Freunde führen in der Praxis zu Missverständnissen:

  • become heißt „werden“, nicht „bekommen“ (bekommen: receive, get).
  • eventually heißt „schließlich“, nicht „eventuell“ (eventuell: possibly).
  • actual heißt „tatsächlich“, nicht „aktuell“ (aktuell: current).
  • billion heißt „Milliarde“, nicht „Billion“.
  • provision heißt „Bereitstellung“ oder „Vorkehrung“; die Provision eines Vertreters heißt commission.
  • chef ist der Koch; die Chefin oder der Chef ist manager oder boss.

Achte auch auf Zahlen und Daten. Im Englischen trennt der Punkt die Dezimalstellen und das Komma die Tausender: EUR 1,250.50 sind 1.250,50 €. Ein Datum wie 04/05/2027 bedeutet in Großbritannien den 4. Mai, in den USA den 5. April 2027. Schreibe in eigenen englischen Texten den Monat deshalb aus, etwa „5 April 2027“.

Englische Geschäftstexte lesen und auswerten

Du musst nicht jedes Wort kennen, um einen Geschäftstext zu verstehen. Gehe in vier Schritten vor:

  1. Überfliegen: Wer schreibt, worum geht es (Betreff), was ist das Anliegen: Anfrage, Bestellung, Reklamation, Bewerbung?
  2. Gezielt suchen: Mengen, Preise, Termine, Bedingungen und Ansprechpartner markieren.
  3. Erschließen: Unbekannte Wörter zuerst aus dem Zusammenhang und aus verwandten Wörtern deuten, erst dann nachschlagen.
  4. Festhalten: Das Ergebnis auf Deutsch notieren: Wer will was, wie viel, bis wann und zu welchen Bedingungen?

Typische Wendungen helfen beim Lesen und beim Antworten:

WendungBedeutung
We would like to …Wir möchten …
Please find attached …Im Anhang finden Sie …
at the latestspätestens
as soon as possibleso bald wie möglich
Unfortunately, …Leider …
We apologise for the inconvenience.Wir entschuldigen uns für die Unannehmlichkeiten.
We look forward to hearing from you.Wir freuen uns auf Ihre Antwort.
Beispiel

Die Norlid Leuchten GmbH erhält diese E-Mail: „Dear Sir or Madam, we are a lighting retailer in Cork, Ireland. We would like to receive a quotation for 250 ceiling lights, model L-40. Please state your best price, your terms of payment and the earliest possible delivery date. The goods must reach our warehouse in Cork by 31 March 2027 at the latest. Kind regards, Purchasing Department“. Auf Deutsch festgehalten: Anfrage eines Leuchtenhändlers aus Cork über 250 Deckenleuchten L-40; gewünscht sind Preis, Zahlungsbedingungen und frühester Liefertermin; die Ware muss spätestens am 31.03.2027 im Lager in Cork sein. Die Antwort ist ein Angebot (quotation).

Wenn du selbst schreibst, gilt wie im Deutschen: kurze Sätze, eine Bitte oder Zusage je Satz, konkrete Zahlen und Daten. Englische Geschäftsbriefe sind höflich, aber direkt. Ein „please“ und ein „thank you“ gehören dazu, lange Einleitungen nicht.

Kapitel 16: Ein Marketingkonzept aufbauen und Marketingziele festlegen

Kapitel 16 von 19

Lesezeit etwa 2 Minuten

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Ein Marketingkonzept ist der Plan, mit dem ein Unternehmen seine Produkte erfolgreich am Markt platziert. Es beantwortet der Reihe nach vier Fragen: Wo stehen wir? Wohin wollen wir? Auf welchem Weg? Mit welchen Mitteln?

StufeLeitfrageInhalt
SituationsanalyseWo stehen wir?Markt, Kunden, Wettbewerber, eigene Stärken und Schwächen, oft als SWOT-Analyse
MarketingzieleWohin wollen wir?messbare Ziele für Absatz, Umsatz, Marktanteil, Bekanntheit oder Image
MarketingstrategieAuf welchem Weg?Zielgruppen, Märkte, Positionierung
Marketing-MixMit welchen Mitteln?Produkt-, Preis-, Distributions- und Kommunikationspolitik, Budget und Zeitplan
KontrolleHat es gewirkt?Soll-Ist-Vergleich der Ziele, Anpassung

Zielarten

Ökonomische Marketingziele lassen sich unmittelbar in Mengen oder Geld messen: Absatz, Umsatz, Marktanteil, Deckungsbeitrag. Psychografische Marketingziele betreffen die Köpfe der Kunden: Bekanntheit, Image, Einstellung zur Marke, Kundenzufriedenheit, Kaufabsicht. Sie werden über Befragungen gemessen. Psychografische Ziele sind oft die Vorstufe der ökonomischen: Wer eine Marke nicht kennt, kauft sie nicht.

Ziele operational formulieren

Ein Ziel steuert nur, wenn sich am Ende prüfen lässt, ob es erreicht wurde. Dazu braucht es vier Angaben:

  • Inhalt: Was soll erreicht werden?
  • Ausmaß: Wie viel, in Zahlen?
  • Zeitraum: Bis wann?
  • Marktsegment: Für welche Produkte und Kunden, in welchem Gebiet?

„Wir wollen bekannter werden“ erfüllt keine dieser Bedingungen außer dem Inhalt.

Beispiel

Die Ostrowald Büromöbel GmbH bringt höhenverstellbare Schreibtische für Unternehmen auf den Markt. Ihr Marketingkonzept enthält zwei Ziele:

  • ökonomisch: bis zum 31.12.2027 an Unternehmenskunden in Norddeutschland 2.400 höhenverstellbare Schreibtische absetzen;
  • psychografisch: bis zum 30.06.2027 soll die neue Produktlinie bei 40 % der Einkaufsleitungen der Bestandskunden bekannt sein, gemessen durch eine Befragung.

Das zweite Ziel bereitet das erste vor. Zugleich zeigt sich ein möglicher Zielkonflikt: Ein Einführungsrabatt würde den Absatz schnell steigern, könnte aber das Image als hochwertiger Anbieter schwächen.

Kapitel 17: Marktanalyse, Marktbeobachtung und Erhebungsmethoden

Kapitel 17 von 19

Lesezeit etwa 2 Minuten

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Marktforschung beschafft die Informationen, die ein Unternehmen für Marketingentscheidungen braucht. Sie unterscheidet sich zunächst nach dem Zeitbezug.

FormZeitbezugFrageBeispiel
Marktanalyseeinmalig, zu einem ZeitpunktWie sieht der Markt jetzt aus?Größe, Kundengruppen und Preise vor einer Produkteinführung
Marktbeobachtunglaufend, über einen ZeitraumWie verändert sich der Markt?monatlicher Vergleich der Wettbewerbspreise
MarktprognoseBlick nach vornWie wird sich der Markt entwickeln?erwartete Nachfrage in drei Jahren, abgeleitet aus Analyse und Beobachtung

Woher die Daten kommen

Die Sekundärforschung wertet Daten aus, die schon vorhanden sind. Intern sind das etwa Umsatzstatistik, Kundendatei, Reklamationen und Berichte des Außendienstes; extern amtliche Statistiken, Veröffentlichungen von Verbänden und Kammern oder Geschäftsberichte von Wettbewerbern. Sie ist schnell und günstig, passt aber oft nicht genau zur Frage.

Die Primärforschung erhebt neue Daten für die eigene Frage:

  • Befragung: schriftlich, online, telefonisch oder persönlich, mit offenen oder geschlossenen Fragen; liefert Meinungen, Wünsche und Kaufabsichten.
  • Beobachtung: Verhalten wird festgehalten, ohne die Personen zu fragen, etwa am Messestand oder im Geschäft; sie zeigt, was Menschen tun, nicht warum.
  • Experiment: Eine Größe wird gezielt verändert und die Wirkung unter kontrollierten Bedingungen gemessen, zum Beispiel ein Produkttest mit zwei Varianten.
  • Panel: Derselbe Personenkreis wird über längere Zeit wiederholt befragt oder beobachtet; so werden Veränderungen sichtbar.

Wer alle Personen der Zielgruppe erfasst, macht eine Vollerhebung. Meist ist das zu teuer; dann wird eine Teilerhebung mit einer Stichprobe gewählt, die die Zielgruppe möglichst genau abbildet (repräsentativ).

Beispiel

Die Sesselbau Wittenkamp GmbH überlegt, einen Pflegesessel mit Aufstehhilfe für Pflegeheime anzubieten.

  • Marktanalyse aus Sekundärdaten: amtliche Statistik zur Zahl der Pflegebedürftigen, Zahl der Heime in Norddeutschland, Preislisten von Wettbewerbern.
  • Primärforschung: Online-Befragung von 150 Heimleitungen zu Ausstattung und Budget, danach ein Produkttest mit zwei Varianten in vier Heimen.
  • Marktbeobachtung nach dem Start: Die Preise der wichtigsten Wettbewerber werden jeden Monat erfasst.

Kapitel 18: Marketingstrategien: Marktfelder, Marktbearbeitung und Positionierung

Kapitel 18 von 19

Lesezeit etwa 2 Minuten

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Die Marketingstrategie legt den Weg fest, auf dem die Marketingziele erreicht werden sollen. Sie beantwortet drei Fragen.

Auf welchen Märkten mit welchen Produkten?

Die Produkt-Markt-Matrix kombiniert bisherige und neue Produkte mit bisherigen und neuen Märkten:

bisherige Märkteneue Märkte
bisherige ProdukteMarktdurchdringungMarktentwicklung
neue ProdukteProduktentwicklungDiversifikation
  • Marktdurchdringung: mehr von den bisherigen Produkten an bisherige Kunden verkaufen oder Kunden der Wettbewerber gewinnen.
  • Marktentwicklung: bisherige Produkte in neuen Gebieten oder an neue Kundengruppen verkaufen.
  • Produktentwicklung: neue oder verbesserte Produkte für die bisherigen Kunden.
  • Diversifikation: neue Produkte für neue Märkte.

Mit jedem neuen Element steigt das Risiko, weil Erfahrung fehlt. Diversifikation ist am riskantesten, verteilt das Geschäft aber auf mehrere Standbeine.

Wie wird der Markt bearbeitet?

Nach der Marktsegmentierung entscheidet das Unternehmen, wie viele Segmente es bedient. Bei undifferenzierter Bearbeitung erhält der ganze Markt dasselbe Angebot. Bei differenzierter Bearbeitung bekommt jedes gewählte Segment einen eigenen Marketing-Mix. Bei konzentrierter Bearbeitung (Nischenstrategie) richtet sich das Unternehmen auf ein einziges Segment aus und will dort besonders gut sein.

Daneben steht die Wahl zwischen der Präferenzstrategie, die Kunden über Qualität, Marke und Service an sich binden und höhere Preise erzielen will, und der Preis-Mengen-Strategie, die über niedrige Preise und große Mengen wirkt.

Wie soll das Angebot wahrgenommen werden?

Die Positionierung legt fest, welches Bild die Zielgruppe vom Angebot im Vergleich zur Konkurrenz haben soll. Man trägt dazu die Anbieter in ein Feld mit zwei wichtigen Merkmalen ein, etwa Preis und Langlebigkeit, und sucht eine Position, die zu den eigenen Stärken passt und noch nicht besetzt ist.

Beispiel

Die Ostrowald Büromöbel GmbH verkauft Büromöbel an Unternehmen in Norddeutschland. Mögliche Wege:

  • Rahmenverträge mit Bestandskunden ausbauen: Marktdurchdringung.
  • Dieselben Möbel an Behörden in Niedersachsen liefern: Marktentwicklung.
  • Höhenverstellbare Schreibtische mit Sitz-Steh-Erinnerung für die bisherigen Kunden: Produktentwicklung.
  • Schallschutzelemente für Restaurants: Diversifikation.

Als Positionierung wählt Ostrowald „langlebig, reparierbar, mit Service vor Ort zu mittleren Preisen“, eine Lücke zwischen Billiganbietern und Designmarken.

Kapitel 19: Online-Marketing einsetzen und die Grenzen des UWG beachten

Kapitel 19 von 19

Lesezeit etwa 2 Minuten

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Online-Marketing nutzt das Internet, um Kunden zu erreichen. Es lässt sich genau auf Zielgruppen ausrichten, und seine Wirkung ist messbar, weil jede Anzeige, jeder Klick und jeder Kauf erfasst wird.

InstrumentWie es wirkt
Website und Online-ShopInformationen und Kauf rund um die Uhr
SuchmaschinenmarketingOptimierung der Website (SEO) und bezahlte Anzeigen zu Suchbegriffen (SEA)
Social-Media-Marketingeigene Beiträge und Anzeigen in sozialen Netzwerken, Austausch mit Kunden
Influencer-MarketingPersonen mit großer Reichweite stellen Produkte vor
E-Mail-MarketingNewsletter und Angebote an Kunden, die zugestimmt haben
Display-Werbung und RetargetingWerbebanner auf fremden Seiten, auch für Nutzer, die den Shop schon besucht haben

Rechtliche Grenzen

  • Werbe-E-Mails sind nur mit vorheriger ausdrücklicher Einwilligung des Empfängers erlaubt, gegenüber Privatpersonen wie gegenüber Unternehmen (§ 7 Abs. 2 Nr. 2 UWG). In der Praxis wird die Einwilligung meist per Bestätigungslink nachgewiesen (Double-Opt-in). Ohne Einwilligung darf ein Unternehmen nur einem Kunden schreiben, dessen Adresse es beim Verkauf erhalten hat, und nur für eigene ähnliche Waren; der Kunde darf nicht widersprochen haben und muss bei der Erhebung der Adresse und in jeder Mail auf sein Widerspruchsrecht hingewiesen werden (§ 7 Abs. 3 UWG).
  • Werbeanrufe bei Verbrauchern brauchen deren vorherige ausdrückliche Einwilligung (§ 7 Abs. 2 Nr. 1 UWG).
  • Werbung muss als Werbung erkennbar sein (§ 5a Abs. 4 UWG, § 6 Abs. 1 DDG). Erhält eine Influencerin Geld oder ein kostenloses Produkt, muss sie ihren Beitrag als Werbung kennzeichnen.
  • Gefälschte Kundenbewertungen, auch solche, die bei Agenturen bestellt werden, sind gegenüber Verbrauchern immer unzulässig (Anhang Nr. 23c zu § 3 Abs. 3 UWG).
  • Preisermäßigungen: Wer Verbrauchern einen reduzierten Preis ankündigt, muss als Vergleich den niedrigsten Preis der letzten 30 Tage nennen (§ 11 Abs. 1 PAngV).
  • Cookies für Werbezwecke, etwa für Retargeting, dürfen nur mit Einwilligung des Nutzers gesetzt werden (§ 25 Abs. 1 TDDDG).

Bei Verstößen gegen das UWG können Mitbewerber, Wirtschafts- und Verbraucherverbände sowie Industrie- und Handelskammern Unterlassung und Beseitigung verlangen (§ 8 UWG), meist zunächst mit einer Abmahnung (§ 13 UWG). Mitbewerber können bei Verschulden Schadensersatz fordern (§ 9 Abs. 1 UWG).

Beispiel

Die Sesselbau Wittenkamp GmbH verkauft über einen eigenen Shop auch an Privatkunden. Wer im Shop gekauft hat, erhält ohne gesonderte Einwilligung Hinweise auf neue Sesselmodelle, denn der Shop weist bei der Bestellung und in jeder Mail auf das Widerspruchsrecht hin. Den allgemeinen Newsletter mit Angeboten des ganzen Sortiments bekommt nur, wer sich dafür angemeldet und die Anmeldung per Link bestätigt hat.

Nachschlagen

Fachbegriffe und Formeln zum Nachschlagen, jeweils auf einer Seite.

Fachbegriffe aus diesem Lernfeld

AIDA-Formel
Stufenmodell der Werbewirkung: Werbung soll zuerst Aufmerksamkeit erregen (Attention), dann Interesse wecken (Interest), daraus einen Besitzwunsch entstehen lassen (Desire) und schließlich zum Kauf führen (Action). Das Modell hilft, Werbemittel zu gestalten und ihre Wirkung zu prüfen.
Ausgleichsanspruch des Handelsvertreters
Anspruch des Handelsvertreters nach dem Ende des Vertrags, wenn das Unternehmen aus den von ihm geworbenen Kunden weiter erhebliche Vorteile hat und ein Ausgleich der Billigkeit entspricht (§ 89b HGB). Er beträgt höchstens eine Jahresprovision nach dem Durchschnitt der letzten fünf Jahre.
Beschwerdemanagement
Planmäßiger Umgang eines Unternehmens mit Beschwerden und Reklamationen: annehmen und erfassen, prüfen, lösen, beim Kunden nachfassen und die Fälle auswerten. Aktiv ist es, wenn das Unternehmen Kunden ausdrücklich um Rückmeldung bittet und ihnen Beschwerden leicht macht. Ziel ist, Kunden zu halten und Fehlerursachen abzustellen.
Budget
In Geld ausgedrückter Plan- und Vorgabewert für einen Zeitraum und einen Verantwortungsbereich, meist als Obergrenze der Kosten oder Ausgaben, z. B. für ein Projekt, eine Abteilung, eine Werbekampagne oder eine Veranstaltung. Im Soll-Ist-Vergleich zeigt sich, ob das Budget eingehalten wurde; Abweichungen werden begründet und führen zu Gegenmaßnahmen oder zu einem angepassten Plan.
Controlling
Unternehmensfunktion, die die Leitung beim Planen, Kontrollieren und Steuern unterstützt: Ziele werden in Planwerte übersetzt, laufend mit den Istwerten verglichen, Abweichungen werden analysiert und Gegenmaßnahmen vorgeschlagen. Grundlage sind Zahlen aus dem Rechnungswesen, Kennzahlen und Berichte, im Marketing z. B. Umsatz, Deckungsbeitrag und verbrauchtes Werbebudget. Controlling heißt also steuern, nicht bloß kontrollieren.
Corporate Identity
Einheitliches Selbstverständnis eines Unternehmens, das nach innen und außen erkennbar sein soll. Es zeigt sich im Erscheinungsbild (Corporate Design, zum Beispiel Logo, Farben und Schrift), im Verhalten gegenüber Kunden, Beschäftigten und Öffentlichkeit (Corporate Behaviour) und in der Kommunikation (Corporate Communication).
Customer-Relationship-Management (CRM)
Strategie, mit der ein Unternehmen seine Beziehungen zu Kunden über ihre gesamte Dauer planvoll gestaltet, meist gestützt auf eine Software, in der Kontakte, Käufe, Anfragen und Beschwerden zusammengeführt werden. Mit diesen Daten lassen sich Kunden gezielt ansprechen, ihr Wert für das Unternehmen einschätzen und Maßnahmen zur Kundenbindung planen; dabei gelten die Regeln des Datenschutzes.
Diversifikation
Erweiterung des Leistungsprogramms um neue Produkte für neue Märkte, um zu wachsen und das Risiko auf mehrere Standbeine zu verteilen. Horizontal bleibt sie mit verwandten Produkten auf derselben Wirtschaftsstufe, vertikal geht sie auf vor- oder nachgelagerte Stufen (zum Beispiel eigene Rohstoffgewinnung oder eigener Handel), lateral in Bereiche ohne Zusammenhang zum bisherigen Programm.
Dokumentenakkreditiv
Zusage einer Bank, im Auftrag des Importeurs an den Exporteur zu zahlen, sobald dieser fristgerecht die vereinbarten Dokumente vorlegt, etwa Handelsrechnung und Transportdokument, und diese den Bedingungen entsprechen. Die Banken prüfen nur die Dokumente, nicht die Ware; so ist der Exporteur gegen Nichtzahlung und der Importeur gegen Zahlung ohne Versandnachweis gesichert. Grundlage sind meist die Einheitlichen Richtlinien und Gebräuche für Dokumenten-Akkreditive der ICC (ERA 600); englisch heißt das Akkreditiv Letter of Credit (L/C).
Dokumenteninkasso
Zahlungsabwicklung im Außenhandel: Der Exporteur schickt die Versanddokumente über seine Bank an eine Bank im Land des Importeurs, die sie nur unter der vereinbarten Bedingung aushändigt, meist gegen Zahlung (Dokumente gegen Zahlung) oder gegen Annahme eines Wechsels (Dokumente gegen Akzept). Die Banken geben dabei kein eigenes Zahlungsversprechen ab; für den Exporteur ist das Verfahren deshalb kostengünstiger, aber unsicherer als das Dokumentenakkreditiv. Grundlage sind meist die Einheitlichen Richtlinien für Inkassi der ICC (ERI 522).
Handelsvertreter
Selbstständiger Gewerbetreibender, der auf Dauer damit beauftragt ist, für ein anderes Unternehmen Geschäfte zu vermitteln oder in dessen Namen abzuschließen (§ 84 Abs. 1 HGB). Er kauft die Ware nicht selbst, sondern erhält eine Provision für die Geschäfte, die auf seine Tätigkeit zurückgehen, und für weitere Geschäfte der gleichen Art mit Kunden, die er geworben hat (§ 87 Abs. 1 HGB). Ein Reisender erledigt ähnliche Aufgaben, ist aber Angestellter des Unternehmens (§ 84 Abs. 2 HGB).
Incoterms
Von der Internationalen Handelskammer (ICC) herausgegebene Lieferklauseln, die Käufer und Verkäufer in ihren Kaufvertrag einbeziehen können, zum Beispiel EXW (ab Werk), FOB (frei an Bord), CIF (Kosten, Versicherung und Fracht) oder DDP (geliefert verzollt). Jede Klausel legt fest, wer den Transport organisiert, wer welche Kosten trägt, wer die Aus- und Einfuhrabfertigung übernimmt und wo die Gefahr auf den Käufer übergeht; Eigentumsübergang und Bezahlung regeln sie nicht. Im Vertrag nennt man Klausel, Ort und Fassung, etwa „FOB Hamburg Incoterms 2020“.
Irreführende Werbung
Werbung mit unwahren oder zur Täuschung geeigneten Angaben, etwa über Eigenschaften, Herkunft, Preis oder Verfügbarkeit einer Ware, die Kunden zu einer Kaufentscheidung bringen kann, die sie sonst nicht getroffen hätten (§ 5 UWG). Irreführend ist auch, wesentliche Informationen wegzulassen oder den kommerziellen Zweck zu verschleiern, etwa bei nicht gekennzeichneter Werbung (§ 5a UWG). Solche Werbung ist unlauter und damit unzulässig (§ 3 UWG).
Klickrate
Anteil der Einblendungen einer Online-Anzeige, die zu einem Klick geführt haben: Klicks · 100 ÷ Einblendungen. Sie zeigt, ob eine Anzeige auffällt und anspricht; ob daraus Käufe werden, zeigt erst die Konversionsrate.
Konditionenpolitik
Teil der Preispolitik, der die Bedingungen neben dem Listenpreis festlegt: Rabatte, Bonus, Zahlungsbedingungen wie Skonto und Zahlungsziel sowie Lieferbedingungen. Mit ihnen beeinflusst ein Unternehmen, wie viel, wie oft und wie schnell seine Kunden kaufen und zahlen.
Kritischer Umsatz
Umsatz, bei dem ein Reisender und ein Handelsvertreter gleich viel kosten: Unterschied der fixen Kosten · 100 ÷ Unterschied der Provisionssätze. Liegt der erwartete Umsatz darüber, ist der Reisende günstiger, darunter der Handelsvertreter.
Marketingcontrolling
Planung, Kontrolle und Steuerung der Marketingaktivitäten mit Kennzahlen: Ziele und Budget werden festgelegt, Istwerte erfasst und mit dem Soll verglichen, Abweichungen untersucht und Maßnahmen ergriffen. Typische Kennzahlen sind Marktanteil, Deckungsbeitrag je Produktgruppe, Werberendite und Klickrate.
Marketingkonzept
Planungsgrundlage für das gesamte Marketing eines Unternehmens oder Produkts. Darin leitet das Unternehmen aus einer Analyse des Markts und der eigenen Lage messbare Ziele ab, ökonomische wie Umsatz oder Marktanteil und psychografische wie Bekanntheit oder Image. Dann legt es die Strategie fest und plant den Einsatz der Instrumente des Marketing-Mix samt Budget und Erfolgskontrolle.
Marktanalyse
Einmalige Untersuchung eines Markts zu einem bestimmten Zeitpunkt, etwa vor einer Produkteinführung: Wie groß ist er, wer kauft, welche Anbieter und Preise gibt es? Sie liefert eine Momentaufnahme; die laufende Verfolgung über einen Zeitraum heißt Marktbeobachtung.
Marktanteil
Anteil eines Unternehmens am Marktvolumen in Prozent: eigener Absatz oder Umsatz · 100 ÷ Marktvolumen. Gerechnet wird mengenmäßig (Stück durch Stück) oder wertmäßig (Umsatz durch Umsatz), nie gemischt.
Marktbeobachtung
Laufende Untersuchung eines Markts über einen Zeitraum, um Veränderungen zu erkennen, etwa bei Preisen der Wettbewerber, Nachfrage oder Kundenwünschen. Anders als die einmalige Marktanalyse zeigt sie Entwicklungen und ist damit eine Grundlage für Marktprognosen.
Marktpotenzial
Größtmögliche Absatzmenge oder größtmöglicher Umsatz, den alle Anbieter eines Produkts auf einem Markt in einem Zeitraum erreichen könnten, wenn alle infrage kommenden Käufer kaufen würden. Es ist die theoretische Obergrenze für das Marktvolumen.
Marktsegmentierung
Aufteilung eines Gesamtmarkts in Käufergruppen (Segmente), die in sich möglichst ähnlich und untereinander möglichst verschieden sind, zum Beispiel nach Alter, Einkommen, Wohnort, Lebensstil oder Kaufverhalten. Das Unternehmen wählt danach ein oder mehrere Segmente als Zielgruppen aus und stimmt seine Marketinginstrumente auf sie ab.
Marktvolumen
Tatsächlich erreichte Absatzmenge oder tatsächlicher Umsatz aller Anbieter eines Produkts auf einem Markt in einem Zeitraum. Es ist höchstens so groß wie das Marktpotenzial und dient als Bezugsgröße für den Marktanteil eines einzelnen Unternehmens.
Messe
Veranstaltung, auf der viele Anbieter einer oder mehrerer Branchen an wenigen Tagen ihr Angebot zeigen. Fachmessen richten sich an Fachbesucher, Publikumsmessen an alle. Ein Messeauftritt wird mit Zielen vorbereitet, durch Gesprächsberichte begleitet und mit dem Nachfassen der Kontakte ausgewertet.
Öffentlichkeitsarbeit
Maßnahmen, mit denen ein Unternehmen Vertrauen und ein gutes Ansehen in der Öffentlichkeit aufbaut, z. B. Pressemitteilungen, Betriebsbesichtigungen, ein Tag der offenen Tür, Spenden oder Berichte über nachhaltiges Handeln (englisch Public Relations, kurz PR). Anders als die Werbung stellt sie nicht ein einzelnes Produkt heraus, sondern das Unternehmen als Ganzes, und sie richtet sich auch an Medien, Nachbarn, Behörden und künftige Beschäftigte.
Portfolioanalyse
Verfahren, das alle Produkte oder Geschäftsbereiche eines Unternehmens gemeinsam betrachtet, um zu entscheiden, wo investiert und wo abgebaut werden soll. In der bekanntesten Form, der BCG-Matrix, wird jedes Produkt nach Marktwachstum und relativem Marktanteil (eigener Umsatz ÷ Umsatz des stärksten Konkurrenten) als Question Mark, Star, Cash Cow oder Poor Dog eingeordnet.
Positionierung
Festlegung, wie ein Produkt oder eine Marke von der Zielgruppe im Vergleich zur Konkurrenz wahrgenommen werden soll, zum Beispiel als besonders preiswert, hochwertig oder nachhaltig. Grundlage ist oft ein Alleinstellungsmerkmal (USP); Produkt-, Preis-, Vertriebs- und Kommunikationspolitik werden auf diese Position abgestimmt.
Preisdifferenzierung
Verkauf gleicher oder nahezu gleicher Produkte zu unterschiedlichen Preisen je nach Käufergruppe, Zeitpunkt, Ort oder Abnahmemenge, zum Beispiel Schülerpreise, Frühbucherpreise, regional verschiedene Preise oder Mengenstaffeln. Ziel ist, die unterschiedliche Zahlungsbereitschaft der Kunden besser auszuschöpfen.
Primärforschung
Marktforschung, bei der ein Unternehmen neue Daten eigens für seine Fragestellung erhebt oder erheben lässt, etwa durch Befragung, Beobachtung oder Experiment (zum Beispiel einen Produkttest). Sie kostet mehr Zeit und Geld als die Sekundärforschung, die bereits vorhandene Daten auswertet, liefert aber aktuelle und genau passende Ergebnisse.
Produkt-Markt-Matrix
Planungsraster für Wachstumsstrategien, das bisherige und neue Produkte mit bisherigen und neuen Märkten kombiniert. Daraus ergeben sich vier Wege: Marktdurchdringung (bisherige Produkte auf bisherigen Märkten), Marktentwicklung (bisherige Produkte auf neuen Märkten), Produktentwicklung (neue Produkte auf bisherigen Märkten) und Diversifikation (neue Produkte auf neuen Märkten). Je mehr neu ist, desto höher das Risiko.
Produktdifferenzierung
Ergänzung eines vorhandenen Produkts um weitere Ausführungen, etwa in anderer Farbe, Größe oder Leistung, wobei das bisherige Produkt im Programm bleibt. Das Programm wird tiefer; anders als bei der Produktvariation wird nichts ersetzt.
Produktelimination
Herausnahme eines Produkts aus dem Produktprogramm, meist wegen sinkenden Umsatzes oder eines dauerhaft negativen Deckungsbeitrags. Vorher prüft das Unternehmen, ob Kunden das Produkt zusammen mit anderen kaufen und welche Pflichten gegenüber bisherigen Käufern bleiben.
Produktinnovation
Entwicklung und Einführung eines Produkts, das es im Programm des Unternehmens bisher nicht gab. Ist es auch am Markt neu, spricht man von einer Marktneuheit, sonst von einer Neuheit nur für das Unternehmen. Das Produktprogramm wird dadurch größer.
Produktlebenszyklus
Modell, das den Weg eines Produkts am Markt in fünf Phasen beschreibt: Einführung, Wachstum, Reife, Sättigung und Rückgang (Degeneration). Umsatz und Gewinn entwickeln sich in jeder Phase typisch anders; daraus leitet das Unternehmen Maßnahmen ab, etwa viel Werbung bei der Einführung, eine Produktvariation in der Reife oder die Herausnahme aus dem Programm (Produktelimination) im Rückgang.
Produktvariation
Veränderung eines bereits eingeführten Produkts, etwa in Design, Funktion, Qualität oder Verpackung, wobei das veränderte Produkt das bisherige ersetzt. Sie soll ein Produkt vor allem in der Reife- und Sättigungsphase attraktiv halten; anders als bei der Produktdifferenzierung kommt keine zusätzliche Variante hinzu.
Reisender
Angestellter eines Unternehmens, der außerhalb des Betriebs Kunden besucht und Geschäfte in dessen Namen vermittelt oder, mit entsprechender Vollmacht, abschließt. Er ist an Weisungen gebunden und erhält ein festes Gehalt, oft zusätzlich eine Provision.
Sättigungsgrad
Verhältnis von Marktvolumen zu Marktpotenzial in Prozent. Ein hoher Wert zeigt, dass der Markt weitgehend ausgeschöpft ist; zusätzlicher Absatz gelingt dann vor allem auf Kosten der Wettbewerber.
Sponsoring
Förderung von Sport, Kultur, Sozialem oder Umweltschutz mit Geld oder Sachleistungen gegen eine vereinbarte Gegenleistung, meist die Nennung des Unternehmens, etwa auf Banden, Trikots oder Plakaten. Durch die Gegenleistung unterscheidet es sich von der Spende.
Streuplan
Teil des Werbeplans, der festlegt, wo (Streugebiet), wann und wie lange (Streuzeit) und über welche Werbeträger die Werbung erscheint und welche Personen sie erreichen soll (Streukreis). Ein genauer Streuplan hält die Streuverluste gering, also Werbekontakte mit Personen außerhalb der Zielgruppe.
Suchmaschinenmarketing
Online-Marketing, das ein Angebot in den Trefferlisten von Suchmaschinen sichtbar machen soll. Es umfasst die Suchmaschinenoptimierung (SEO), die Inhalt und Technik einer Website so gestaltet, dass sie in den unbezahlten Ergebnissen weit oben erscheint, und die Suchmaschinenwerbung (SEA), bei der zu bestimmten Suchbegriffen bezahlte Anzeigen geschaltet werden.
SWOT-Analyse
Analyseverfahren, das die inneren Stärken (Strengths) und Schwächen (Weaknesses) eines Unternehmens den äußeren Chancen (Opportunities) und Risiken (Threats) aus Markt und Umfeld gegenüberstellt. Aus der Verbindung beider Seiten leitet das Unternehmen Strategien ab, etwa Stärken einzusetzen, um Chancen zu nutzen, oder Schwächen abzubauen, die ein Risiko verschärfen.
Tausenderkontaktpreis
Kosten, um mit einem Werbeträger 1.000 Kontakte zu erreichen: Werbekosten · 1.000 ÷ Zahl der Kontakte. Er macht Werbeträger vergleichbar; aussagekräftig ist er vor allem, wenn nur die Kontakte in der Zielgruppe gezählt werden.
Teilkostenrechnung
Kostenrechnung, die den Kostenträgern nur einen Teil der Kosten zurechnet, in der Regel die variablen Kosten; die Fixkosten werden als Block aus der Summe der Deckungsbeiträge gedeckt (Deckungsbeitragsrechnung). Sie dient vor allem kurzfristigen Entscheidungen wie Preisuntergrenze, Zusatzauftrag, Produktionsprogramm oder Sortiment. Die Vollkostenrechnung verteilt dagegen alle Kosten, auch die fixen, über Zuschläge auf die Kostenträger und liefert die Selbstkosten als Grundlage für Angebotspreise.
Unzumutbare Belästigung
Geschäftliche Handlung, die einen Marktteilnehmer in unzumutbarer Weise stört, vor allem Werbung, die der Empfänger erkennbar nicht haben will; sie ist nach § 7 UWG unzulässig. Immer unzumutbar sind unter anderem Werbeanrufe bei Verbrauchern ohne deren vorherige ausdrückliche Einwilligung und Werbung per E-Mail oder Fax ohne vorherige ausdrückliche Einwilligung des Empfängers (§ 7 Abs. 2 UWG). Für E-Mail-Werbung an Bestandskunden gilt eine enge Ausnahme mit vier Bedingungen, unter anderem nur für eigene ähnliche Waren und mit Hinweis auf das jederzeitige Widerspruchsrecht (§ 7 Abs. 3 UWG).
Verkaufsförderung
Zeitlich begrenzte Maßnahmen, die den Absatz kurzfristig steigern sollen und meist direkt am Verkaufsort ansetzen, z. B. Warenproben, Verkostungen, Aufsteller, Gewinnspiele oder Zugaben (englisch Sales Promotion). Sie richten sich an Endkunden, an Händler oder an das eigene Verkaufspersonal, etwa durch Schulungen, Verkaufshilfen oder Wettbewerbe. Anders als die Werbung, die über Medien viele Menschen erreicht, sollen sie den Kaufentschluss vor Ort auslösen.
Werbeerfolgskontrolle
Prüfung, ob eine Werbemaßnahme ihre Ziele erreicht hat. Außerökonomisch misst sie Reichweite, Bekanntheit oder Erinnerung, ökonomisch den Mehrumsatz, die Werberendite und den zusätzlichen Deckungsbeitrag im Vergleich zu den Werbekosten.
Werbegrundsätze
Grundregeln, an denen sich Werbung messen lässt: Wahrheit (nichts Falsches oder Irreführendes, vgl. § 5 UWG), Klarheit (Botschaft schnell verständlich), Wirksamkeit (fällt auf und erreicht die Zielgruppe) und Wirtschaftlichkeit (Kosten und erwarteter Werbeerfolg stehen in einem sinnvollen Verhältnis). Häufig kommt die soziale Verantwortung hinzu, etwa der Verzicht auf diskriminierende oder verletzende Inhalte.
Werbeträger
Medium, das ein Werbemittel zur Zielgruppe bringt, zum Beispiel Zeitung, Plakatwand, Schaufenster, Radiosender, Website oder soziales Netzwerk. Das Werbemittel ist dagegen die gestaltete Botschaft selbst, etwa Anzeige, Plakat, Prospekt oder Werbespot. Ausgewählt wird nach Reichweite, Kosten und Streuverlust, also dem Anteil der Erreichten, die nicht zur Zielgruppe gehören.
Wettbewerbsanalyse
Untersuchung der Konkurrenten auf einem Markt: Wer bietet gleiche oder ersetzbare Produkte an, wie stark ist er bei Marktanteil, Produkt, Preis, Vertrieb und Werbung, und wo liegen die eigenen Vor- und Nachteile? Das Ergebnis fasst oft ein Stärken-Schwächen-Profil zusammen.
Zusatznutzen
Nutzen eines Produkts, der über seinen technischen Zweck (Grundnutzen) hinausgeht, etwa durch Design, Ansehen der Marke, Service oder Bequemlichkeit. Bei technisch ähnlichen Produkten entscheidet er oft über den Kauf.

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