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Kapitel
6
Aufgaben
20
Aufgaben-Generatoren
0
Ausbildungsjahr
2
Lernfeldstunden
40

Kapitel 1: Kommunikations­grundlagen: 4 Ohren & Eisberg

Kapitel 1 von 6

Lesezeit etwa 1 Minute

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Missverständnisse entstehen selten durch böse Absicht – meist durch die vier Seiten jeder Nachricht.

Das Vier-Seiten-Modell (Schulz von Thun)

  • Sachinhalt: Worüber informiere ich? („Die Ampel ist grün.“)
  • Selbstkundgabe: Was zeige ich von mir? („Ich habe es eilig.“)
  • Beziehung: Wie stehe ich zu dir? („Du brauchst meine Hilfe.“)
  • Appell: Was will ich erreichen? („Fahr los!“)
  • Der Empfänger hört mit „vier Ohren“ – Konflikte entstehen, wenn Gesagtes und Gehörtes auf verschiedenen Seiten liegen.

Eisbergmodell

  • Bildlich liegt nur die Spitze über der Wasserlinie: die Sachebene mit Zahlen, Daten und Fakten. Der viel größere Teil (Gefühle, Erfahrungen, Werte, Beziehung) liegt darunter und steuert das Gespräch mit. Oft wird dafür „etwa 20 zu 80“ genannt; das ist ein Bild, kein Messwert.

Werkzeuge für klare Kommunikation

  • Aktives Zuhören: ausreden lassen, nachfragen, mit eigenen Worten zusammenfassen (paraphrasieren).
  • Nonverbale Signale (Haltung, Blickkontakt) und paraverbale Signale (Tonfall, Tempo) bewusst einsetzen. Passen Worte, Tonfall und Körpersprache nicht zusammen, liest das Gegenüber Stimmung und Haltung des Sprechers eher aus Tonfall und Körpersprache als aus den Worten. Sachinformationen wie Preise, Termine oder Rechtsfolgen tragen dagegen die Worte. Deshalb sollten alle drei dasselbe sagen.

Merke: Gesendet ist nicht empfangen – prüfe, auf welchem „Ohr“ deine Botschaft ankommt.

Kapitel 2: Kundengespräche professionell führen

Kapitel 2 von 6

Lesezeit etwa 1 Minute

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Ob am Telefon oder am Empfang: Gute Gespräche folgen einem Fahrplan.

Die Gesprächsphasen

  • Vorbereitung: Ziel klären, Unterlagen und Kundendaten bereitlegen, störungsfreie Umgebung.
  • Eröffnung: freundliche Begrüßung mit Namen, positive Gesprächsatmosphäre.
  • Bedarfsermittlung: Fragen stellen und zuhören – erst verstehen, dann anbieten.
  • Angebots-/Lösungsphase: Nutzen für den Kunden formulieren („Das spart Ihnen …“), Einwände ernst nehmen.
  • Abschluss: Ergebnis zusammenfassen, nächste Schritte und Termine festhalten, verabschieden.
  • Nachbereitung: Gesprächsnotiz anlegen (z. B. im Kundensystem), Zusagen erledigen oder Wiedervorlage setzen und das Gespräch anhand von Kriterien auswerten: Ziel erreicht? Atmosphäre? Was mache ich beim nächsten Mal anders?

Fragetechniken

  • Offene Fragen (W-Fragen) öffnen das Gespräch und liefern Informationen.
  • Geschlossene Fragen lassen nur vorgegebene Antworten zu. Entscheidungsfragen (Ja/Nein) führen Entscheidungen herbei. Als Sonderform bietet die Alternativfrage („Dienstag oder Donnerstag?“) zwei Möglichkeiten an und lenkt freundlich zum Abschluss.
  • Suggestivfragen legen die Antwort nahe („Sie wollen doch sicher …?“). Sie wirken manipulativ und gehören nicht ins Kundengespräch. Rhetorische Fragen erwarten keine Antwort.

Einwände behandeln

  • Einwand ernst nehmen, ausreden lassen, dann mit einer Methode antworten. Bedingte Zustimmung (Ja-aber-Methode): dem Kunden zunächst recht geben, dann ergänzen, besser ohne „aber“ („Da haben Sie recht, der Preis liegt etwas höher. Dafür erhalten Sie …“). Rückfragemethode: den Einwand klären („Womit vergleichen Sie?“). Bumerangmethode: den Einwand in ein Argument umdrehen („Gerade weil Sie wenig Zeit haben, lohnt sich …“).
  • Bei Preiseinwänden den Nutzen statt eines Rabatts in den Vordergrund stellen.

Merke: Wer fragt, führt – und Bedarfsermittlung kommt immer vor dem Angebot.

Kapitel 3: Beschwerde & Reklamation souverän lösen

Kapitel 3 von 6

Lesezeit etwa 2 Minuten

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Eine Beschwerde ist unangenehm – aber sie ist auch eine zweite Chance beim Kunden.

Begriffe sauber trennen

  • Reklamation: Der Kunde beanstandet einen Mangel der gelieferten Ware oder Leistung – einen Sachmangel (auch eine Falschlieferung, § 434 Abs. 5 BGB) oder einen Rechtsmangel (§ 435 BGB) – und macht Rechte geltend: die Mängelrechte nach § 437 BGB (Nacherfüllung, Rücktritt oder Minderung, Schadensersatz), bei Werkleistungen nach § 634 BGB, gegebenenfalls auch Rechte aus einer Garantie (§ 443 BGB), siehe Lernfeld 4.
  • Ob die Reklamation berechtigt ist, prüft der Betrieb: War der Mangel schon bei Gefahrübergang da, in der Regel also bei der Übergabe (§ 434 Abs. 1 BGB)? Kauft ein Verbraucher von einem Unternehmer und zeigt sich der Mangel im ersten Jahr, wird das vermutet (§ 477 BGB). Sind die zwei Jahre ab Ablieferung noch nicht um (§ 438 BGB)? Beim Verbrauchsgüterkauf verlängert eine Reparatur im Rahmen der Nacherfüllung die Frist einmalig um 12 Monate (§ 475e Abs. 5 BGB, Kaufverträge ab 31.07.2026); hat sich der Mangel innerhalb der Frist gezeigt, verjähren die Ansprüche dort frühestens vier Monate danach (§ 475e Abs. 3 BGB). Kannte der Käufer den Mangel schon beim Kauf (§ 442 BGB)? Das gilt nicht beim Verbrauchsgüterkauf (§ 475 Abs. 3 Satz 2 BGB); dort ist eine Abweichung nur dann kein Mangel, wenn der Verbraucher vor dem Kauf eigens darauf hingewiesen wurde und sie im Vertrag ausdrücklich und gesondert vereinbart ist (§ 476 Abs. 1 Satz 2 BGB). Ist der Kauf für beide Seiten ein Handelsgeschäft (zweiseitiger Handelskauf): Hat der Käufer die Ware unverzüglich untersucht und den Mangel unverzüglich angezeigt (§ 377 Abs. 1 HGB)?
  • Beschwerde: Unzufriedenheit ohne Mangel der Ware, etwa eine lange Wartezeit auf einen Rückruf oder ein unfreundlicher Ton. Meist besteht kein gesetzlicher Anspruch.
  • Kulanz: freiwilliges Entgegenkommen ohne Rechtspflicht, bei Beschwerden und bei unberechtigten Reklamationen (z. B. kurz nach Ablauf der Verjährungsfrist).

Der Ablauf des Beschwerdegesprächs

  • 1. Ausreden lassen und aktiv zuhören – Dampf ablassen gehört dazu.
  • 2. Verständnis zeigen, ohne vorschnell Schuld zuzuweisen; sachlich bleiben, nichts persönlich nehmen.
  • 3. Fakten klären (Was genau, wann, Beleg?).
  • 4. Lösung anbieten oder verbindlich zusagen, bis wann eine Antwort kommt.
  • 5. Nachfassen: prüfen, ob die Lösung angekommen ist – das bindet Kunden.

Beschwerdemanagement im Betrieb

  • Beschwerden systematisch erfassen, bearbeiten und auswerten. Sie zeigen Schwachstellen, ohne dass der Betrieb eigens danach suchen muss, und helfen, Prozesse zu verbessern (Lernfeld 11). Gut gelöste Beschwerden binden Kunden; deshalb gilt Beschwerdemanagement als Instrument der Kundenbindung.

Merke: Erst zuhören, dann klären, dann lösen – und immer nachfassen.

Kapitel 4: Konflikte erkennen & fair lösen

Kapitel 4 von 6

Lesezeit etwa 1 Minute

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Wo Menschen zusammenarbeiten, gibt es Reibung – entscheidend ist, wie früh und wie fair sie gelöst wird.

Konfliktarten & Eskalation

  • Sachkonflikt (unterschiedliche Lösungen), Beziehungskonflikt (persönliche Spannungen), Verteilungs- und Zielkonflikte, Rollenkonflikte.
  • Konflikte eskalieren stufenweise: von Verhärtung über offene Angriffe bis zur gegenseitigen Schädigung – je früher gegengesteuert wird, desto leichter die Lösung.

Gewaltfreie Kommunikation (4 Schritte)

  • Beobachtung schildern (ohne Bewertung) → Gefühl benennen → Bedürfnis nennen → konkrete Bitte äußern.
  • Beispiel mit allen vier Schritten: „Wir hatten 12 Uhr vereinbart, die Unterlagen kamen um 14 Uhr (Beobachtung). Ich war nervös (Gefühl), weil mir Verlässlichkeit für den Kundentermin wichtig ist (Bedürfnis). Kannst du mir künftig bis 10 Uhr Bescheid geben, wenn es später wird? (Bitte)“ statt „Du bist immer zu spät“.
  • Auch ohne das volle Schema helfen Ich-Botschaften, die die eigene Sicht schildern, statt Vorwürfe zu machen.

Wege zur Lösung

  • Kompromiss: beide geben nach. Konsens: gemeinsame Lösung, die beide voll tragen – anspruchsvoller, aber stabiler.
  • Bei festgefahrenen Konflikten: neutrale dritte Person (Moderation/Mediation) einschalten.

Merke: Beobachtung – Gefühl – Bedürfnis – Bitte: vier Schritte, die aus Vorwürfen Gespräche machen.

Kapitel 5: Zusatzangebote, Service und kundenorientiertes Formulieren

Kapitel 5 von 6

Lesezeit etwa 2 Minuten

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Ein gutes Beratungsgespräch endet nicht mit dem ersten Ja. Hat sich die Kundin für ein Produkt entschieden, kannst du ihr zeigen, was den Kauf noch nützlicher macht: passendes Zubehör, eine Alternative oder einen Service. Und wie du etwas sagst, entscheidet mit darüber, ob sie es annimmt.

Zusatzangebote

  • Ergänzungsangebot: etwas, das zum gewählten Produkt passt und seinen Nutzen erhöht, etwa eine Bodenschutzmatte zum Bürodrehstuhl oder eine Kabelwanne zum Schreibtisch.
  • Alternativangebot: ein anderes Produkt, wenn das gewünschte nicht passt, zu teuer oder nicht rechtzeitig lieferbar ist. Du nennst offen, worin es sich unterscheidet.
  • Höherwertiges Angebot: ein besseres Modell, wenn der Bedarf es rechtfertigt, zum Beispiel ein Stuhl für lange Bildschirmarbeit statt eines Besucherstuhls.

Zusatzangebote wirken nur, wenn sie zum ermittelten Bedarf passen. Du bringst sie, nachdem die Kundin sich für das Hauptprodukt entschieden hat, und begründest sie mit ihrem Nutzen. Lehnt sie ab, akzeptierst du das, ohne nachzuhaken.

Serviceleistungen

Service bindet Kunden, weil er ihnen Arbeit abnimmt. Ordnen lässt er sich nach dem Zeitpunkt:

ZeitpunktBeispiele aus der Objekteinrichtung
vor dem KaufBeratung vor Ort, Probesitzen, Planung des Raums, Muster von Bezugsstoffen
bei der LieferungLieferung zum Wunschtermin, Aufbau, Mitnahme der Verpackung und alter Möbel, Einweisung
nach dem KaufWartung, Ersatzteile, Nachbestellung gleicher Modelle, Hilfe bei Reklamationen

Sag klar, welcher Service im Preis enthalten ist und welcher extra kostet. Eine freiwillige Garantie ist ein Zusatzangebot; die gesetzlichen Mängelrechte hat die Kundin ohnehin.

Kundenorientiert formulieren

Im Gespräch gelten dieselben Regeln wie im Brief, nur gesprochen:

  • Nutzen statt Merkmal: Nicht das Produkt steht im Mittelpunkt, sondern was die Kundin davon hat.
  • Positiv statt negativ: Sag, was geht, statt was nicht geht.
  • Sie-Stil: Sprich die Kundin an, statt über den Betrieb zu reden.
  • Verständlich: Fachbegriffe erklären, kurze Sätze, konkrete Zahlen.
Beispiel
VorherNachher
Der Stuhl hat eine Synchronmechanik.Die Lehne bewegt sich mit Ihnen mit, so sitzen Sie auch nach Stunden entspannt.
Vor dem 20. können wir nicht liefern.Ab dem 20. können wir Ihnen die Stühle liefern.
Da muss ich erst die Kollegin fragen.Das kläre ich für Sie und rufe Sie bis 15 Uhr zurück.
Wir haben auch Matten.Eine Bodenschutzmatte schützt Ihren Parkettboden vor den Rollen.

Kapitel 6: Im Team arbeiten: Feedback und Vielfalt

Kapitel 6 von 6

Lesezeit etwa 2 Minuten

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Im Büro arbeitest du fast immer mit anderen zusammen: Die Assistenz bereitet vor, was der Vertrieb braucht, die Buchhaltung wartet auf geprüfte Rechnungen, und bei einer Veranstaltung hängt jede Aufgabe an der nächsten. Ein Team arbeitet gut, wenn alle das Ziel kennen, die Aufgaben klar verteilt sind und offen miteinander gesprochen wird.

Gut im Team arbeiten

  • Gemeinsames Ziel: Alle wissen, was bis wann fertig sein soll und woran man den Erfolg erkennt.
  • Klare Rollen: Wer macht was, wer entscheidet, wer vertritt wen bei Urlaub oder Krankheit?
  • Vereinbarte Regeln: etwa zu Übergaben, Erreichbarkeit, Ablage und dazu, wie Probleme angesprochen werden.
  • Verlässlichkeit: Zusagen einhalten oder rechtzeitig sagen, dass etwas nicht klappt.

Unterschiedliche Meinungen gehören dazu. Wichtig ist, dass am Ende eine Entscheidung steht, die alle mittragen, auch wer anders gestimmt hat.

Feedback geben und annehmen

Feedback ist eine Rückmeldung, wie das Verhalten oder die Arbeit einer Person auf dich wirkt. Es soll helfen, nicht verletzen.

Feedback gebenFeedback annehmen
unter vier Augen und zeitnahzuhören und ausreden lassen
beobachtetes Verhalten beschreiben, nicht die Person bewertennachfragen, wenn etwas unklar ist
in Ich-Botschaften sprechensich nicht sofort rechtfertigen
auch Gelungenes nennendanken und selbst entscheiden, was du änderst
einen konkreten Vorschlag machen
Beispiel

Nach einer Präsentation sagt eine Auszubildende zu ihrem Kollegen: „Deine Folie mit den Lieferzeiten war sehr übersichtlich. Bei den Zahlen zum Umsatz hast du schnell gesprochen, ich konnte nicht mitschreiben. Vielleicht machst du bei der nächsten Folie eine kurze Pause.“ Sie beginnt mit etwas Gelungenem, beschreibt eine Beobachtung und schließt mit einem Vorschlag.

Vielfalt im Team

In einem Team arbeiten Menschen unterschiedlichen Alters, Geschlechts und unterschiedlicher Herkunft, Religion oder Lebensweise zusammen. Gemischte Teams bringen mehr Erfahrungen und Sichtweisen ein und verstehen eine vielfältige Kundschaft oft besser. Das gelingt nur, wenn alle respektvoll miteinander umgehen.

Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz verbietet, Beschäftigte aus Gründen der „Rasse“ (gemeint sind rassistische Zuschreibungen) oder wegen der ethnischen Herkunft, des Geschlechts, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität zu benachteiligen (§ 1, § 7 Abs. 1 AGG). Auch abwertende Bemerkungen und Witze, die an diese Merkmale anknüpfen, können eine Belästigung und damit eine verbotene Benachteiligung sein (§ 3 Abs. 3 AGG). Wer sich benachteiligt fühlt, kann sich bei der zuständigen Stelle im Betrieb beschweren; die Beschwerde wird geprüft (§ 13 Abs. 1 AGG). Der Arbeitgeber muss gegen Benachteiligungen durch Beschäftigte vorgehen, etwa mit einer Abmahnung oder Versetzung (§ 12 Abs. 3 AGG).

Nachschlagen

Fachbegriffe und Formeln zum Nachschlagen, jeweils auf einer Seite.

Fachbegriffe aus diesem Lernfeld

Aktives Zuhören
Gesprächstechnik, bei der man dem Gegenüber volle Aufmerksamkeit zeigt, es ausreden lässt, bei Unklarem nachfragt und das Gehörte mit eigenen Worten zusammenfasst, um zu prüfen, ob man es richtig verstanden hat. Im Kunden- und Beschwerdegespräch zeigt es Wertschätzung, hilft den Bedarf genau zu erkennen und beugt Missverständnissen vor.
Bedarfsermittlung
Phase des Verkaufs- oder Beratungsgesprächs, in der geklärt wird, wofür der Kunde etwas braucht, welche Vorstellungen er hat und welchen Preisrahmen er sich setzt. Bei der direkten Methode fragt die Verkaufskraft gezielt, vor allem mit offenen Fragen; bei der indirekten legt sie früh eine kleine Auswahl vor und beobachtet, wie der Kunde darauf reagiert. Aktives Zuhören und kurzes Zusammenfassen sichern, dass der Bedarf richtig verstanden wurde.
Einwand
Sachlicher Grund, den ein Kunde gegen den Kauf vorbringt, etwa zu Preis, Eigenschaften oder Bedingungen; er zeigt meist, dass sich der Kunde ernsthaft mit dem Angebot befasst. Die Verkaufskraft nimmt ihn ernst und entkräftet ihn, zum Beispiel mit bedingter Zustimmung (Ja-aber-Methode), einer Rückfrage oder der Bumerang-Methode. Davon zu unterscheiden ist der Vorwand: ein vorgeschobener Grund, hinter dem der Kunde seine eigentliche Ablehnung oder Unsicherheit verbirgt.
Ergänzungsangebot
Angebot von Waren oder Leistungen, die den Artikel ergänzen, für den sich der Kunde entschieden hat, vor allem solche, ohne die er ihn nicht oder kaum nutzen kann, etwa Filtertüten zur Kaffeemaschine oder ein Ladegerät zum Akkuwerkzeug. Artikel, die den Hauptartikel pflegen oder seinen Nutzen steigern, werden oft gesondert als Zusatzangebot bezeichnet. Anders das Alternativangebot (Ersatzangebot): Es tritt an die Stelle des gewünschten Artikels, wenn dieser fehlt oder nicht passt.
Feedback
Rückmeldung an eine Person, wie ihr Verhalten oder ihre Arbeit auf andere wirkt, damit sie daraus lernen kann. Gutes Feedback ist konkret und zeitnah, beschreibt beobachtetes Verhalten, statt die Person zu bewerten, nutzt Ich-Botschaften und nennt auch Gelungenes. Wer Feedback bekommt, hört zu, fragt bei Unklarem nach und rechtfertigt sich nicht.
Harvard-Konzept
Methode des sachbezogenen Verhandelns mit dem Ziel einer Einigung, von der beide Seiten profitieren. Ihre Grundsätze: Menschen und Sachfragen getrennt behandeln, Interessen statt Positionen klären, mehrere Lösungsmöglichkeiten entwickeln und das Ergebnis an objektiven Maßstäben messen, etwa an Marktpreisen. Sie hilft auch bei Konflikten im Team oder mit Kunden.
Ich-Botschaft
Äußerung, in der jemand aus eigener Sicht beschreibt, was er wahrnimmt, welche Folge es für ihn hat und worum er bittet, statt dem Gegenüber einen Vorwurf zu machen (Du-Botschaft). Beispiel: „Mir fehlen für das Angebot noch die Maße, kannst du sie mir bis 14 Uhr schicken?“ Ich-Botschaften halten Kritik sachlich.
Nacherfüllung
Vorrangiges Recht des Käufers bei einem Mangel (§§ 437, 439 BGB): Er entscheidet, ob der Verkäufer den Mangel behebt (Nachbesserung) oder eine mangelfreie Sache nachliefert (Ersatzlieferung). Die dafür nötigen Kosten, etwa für Transport, Arbeit und Material, trägt der Verkäufer; ist die gewählte Art nur mit unverhältnismäßigen Kosten möglich, kann er sie verweigern, und der Käufer ist auf die andere Art beschränkt (§ 439 Abs. 2 und 4 BGB). Erst wenn eine angemessene Frist zur Nacherfüllung erfolglos abgelaufen oder entbehrlich ist, kommen die nachrangigen Rechte in Betracht: Rücktritt, Minderung oder, wenn der Verkäufer die Pflichtverletzung zu vertreten hat, also den Mangel oder die ausgebliebene Nacherfüllung, Schadensersatz statt der Leistung (§§ 280, 440 BGB).
Nutzenargumentation
Verkaufsargumentation, die Eigenschaften einer Ware oder Dienstleistung in einen persönlichen Nutzen für den Kunden übersetzt: vom Merkmal (was das Produkt hat) über den Vorteil (was es dadurch leistet) zum Nutzen (was der Kunde davon hat). Beispiel: Der Akku hält zwölf Stunden (Merkmal), das Gerät übersteht also einen ganzen Arbeitstag (Vorteil), der Kunde muss unterwegs nicht nachladen (Nutzen). Grundlage ist die Bedarfsermittlung, denn ein Nutzen überzeugt nur, wenn er zum Bedarf passt.
Offene Frage
Frage ohne vorgegebene Antworten, auf die das Gegenüber frei mit eigenen Worten antwortet; sie beginnt meist mit einem Fragewort (W-Frage) wie was, wie oder wofür, z. B. „Wofür möchten Sie das Gerät nutzen?“. Anders als geschlossene Fragen, also Ja-Nein-Fragen und Alternativfragen, bringt sie das Gegenüber zum Erzählen und hilft bei der Bedarfsermittlung. Im Fragebogen erlaubt sie freie Antworten, die sich aber schwerer auswerten lassen als die vorgegebenen Antworten geschlossener Fragen.
Reklamation
Beanstandung eines Mangels der gelieferten Ware oder erbrachten Leistung, mit der der Kunde Rechte geltend macht, beim Kauf die Mängelrechte nach § 437 BGB: in der Regel zuerst Nacherfüllung, danach Rücktritt oder Minderung sowie Schadensersatz. Ob die Reklamation berechtigt ist, prüft der Betrieb, etwa ob der Mangel schon bei Gefahrübergang bestand und die Verjährungsfrist noch läuft; ist der Kauf für beide Seiten ein Handelsgeschäft, muss der Käufer den Mangel außerdem unverzüglich rügen (§ 377 Abs. 1 HGB). Zu unterscheiden sind die Beschwerde, die Unzufriedenheit ohne Mangel ausdrückt, und der Umtausch mangelfreier Ware aus Kulanz oder nach Zusage.
Sachmangel
Eine Kaufsache hat einen Sachmangel, wenn sie bei Gefahrübergang nicht allen Anforderungen entspricht: den vereinbarten (subjektiven), etwa an Art, Menge und Verwendungszweck, den üblichen (objektiven), etwa an Qualität und Haltbarkeit, auch gemessen an Werbeaussagen, und gegebenenfalls den Montageanforderungen (§ 434 Abs. 1 bis 4 BGB). Als Sachmangel gilt auch eine Falschlieferung, also die Lieferung einer anderen als der vereinbarten Sache (§ 434 Abs. 5 BGB). Der Käufer hat dann die Rechte aus § 437 BGB, vorrangig die Nacherfüllung.
Verkaufsgespräch
Gespräch, in dem eine Verkaufskraft einen Kunden berät und zu einer Kaufentscheidung führt. Es verläuft meist in Phasen: Kontaktaufnahme, Bedarfsermittlung, Warenvorlage, Verkaufsargumentation mit Preisnennung, Einwandbehandlung, Herbeiführen der Kaufentscheidung, Ergänzungsangebote vor dem Bezahlen und Verabschiedung, wobei die Reihenfolge nicht starr ist. Anhand dieser Phasen lässt sich ein Gespräch nachträglich auswerten und das eigene Verhalten verbessern.
Vier-Seiten-Modell
Kommunikationsmodell des Psychologen Friedemann Schulz von Thun, auch Kommunikationsquadrat oder Vier-Ohren-Modell genannt, nach dem jede Nachricht vier Seiten zugleich hat: Sachinhalt (Worüber informiere ich?), Selbstkundgabe (Was zeige ich von mir?), Beziehung (Wie stehe ich zu dir?) und Appell (Wozu möchte ich dich bewegen?). Missverständnisse entstehen, wenn der Empfänger eine Nachricht vor allem auf einer anderen Seite aufnimmt, als der Sender sie gemeint hat.

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