Glossar: P
51 Begriffe mit P, kurz erklärt.
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Begriffe mit P
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P
- Pareto-PrinzipThema: Personal
Faustregel, nach der oft ein kleiner Teil der Aufgaben oder Ursachen den größten Teil der Wirkung bringt, z. B. 20 % der Artikel rund 80 % des Umsatzes. Wer das nutzt, kümmert sich zuerst um diesen wirksamen Teil.
- Passive Rechnungsabgrenzung
Posten auf der Passivseite der Bilanz für Einnahmen, die vor dem Bilanzstichtag eingegangen sind, aber Ertrag für einen bestimmten Zeitraum nach dem Stichtag sind, zum Beispiel im Dezember erhaltene Miete für Januar (§ 250 Abs. 2 HGB). So wird der Ertrag dem Geschäftsjahr zugeordnet, zu dem er wirtschaftlich gehört; im neuen Jahr wird der Posten als Ertrag aufgelöst. Es ist ein transitorischer Posten, weil die Einnahme im alten und der Ertrag im neuen Jahr liegt.
- Passivtausch
Geschäftsfall, der nur die Passivseite der Bilanz berührt: Ein Kapitalposten nimmt zu, ein anderer um denselben Betrag ab, zum Beispiel wenn eine Verbindlichkeit gegenüber einem Lieferer in ein Darlehen umgewandelt wird. Die Bilanzsumme bleibt gleich.
- Patent
Gewerbliches Schutzrecht für technische Erfindungen, auch für Verfahren, die neu sind, auf einer erfinderischen Tätigkeit beruhen und gewerblich anwendbar sind (§ 1 Abs. 1 PatG). Das Deutsche Patent- und Markenamt erteilt es erst nach einer Prüfung, die beantragt werden muss. Der Inhaber darf die Erfindung allein nutzen, höchstens 20 Jahre lang (§§ 9, 16 PatG).
- Pauschalwertberichtigung
Wertberichtigung für das allgemeine Ausfallrisiko der einwandfreien Forderungen, mit einem Prozentsatz aus Erfahrungswerten vom Nettobetrag der Forderungen, die nicht schon einzeln wertberichtigt sind. Am nächsten Bilanzstichtag wird sie an den neuen Forderungsbestand angepasst: Eine Erhöhung ist Aufwand, eine Herabsetzung Ertrag.
- Peitscheneffekt
Aufschaukeln von Nachfrageschwankungen entlang der Lieferkette (englisch Bullwhip-Effekt): Jede Stufe kennt nur die Bestellungen ihres direkten Kunden und bestellt vorsichtshalber mehr, sodass eine kleine Änderung beim Endkunden bei den Vorlieferanten als große Schwankung ankommt. Geteilte Absatzdaten und abgestimmte Planung im Supply-Chain-Management wirken dagegen.
- PeriodenvergleichThema: Controlling
Vergleich von Werten oder Kennzahlen desselben Betriebs aus verschiedenen Zeiträumen, z. B. Monat mit Vormonat oder Jahr mit Vorjahr, auch Zeitvergleich genannt. Er zeigt Entwicklungen; Veränderungen von Quoten werden in Prozentpunkten angegeben.
- Permanente Inventur
Inventurverfahren, bei dem die Bestände für den Abschlussstichtag nicht an diesem Tag gezählt, sondern aus einer laufend geführten Lagerbuchführung mit allen Zu- und Abgängen übernommen werden (§ 241 Abs. 2 HGB). Jeder Bestand muss trotzdem mindestens einmal im Geschäftsjahr körperlich aufgenommen und mit dem Buchbestand abgeglichen werden (H 5.3 EStH). Davon zu unterscheiden ist die verlegte (zeitverschobene) Inventur: Gezählt wird innerhalb von drei Monaten vor bis zwei Monaten nach dem Stichtag, und der Wert wird auf den Stichtag fortgeschrieben oder zurückgerechnet (§ 241 Abs. 3 HGB).
siehe Lernfeld 5, Industriekaufleute, Lernfeld 7, Kaufleute im Einzelhandel
- PersonalakteThema: Personal
Sammlung der Unterlagen über eine beschäftigte Person, die für das Arbeitsverhältnis von Bedeutung sind, etwa Arbeitsvertrag, Bescheinigungen, Beurteilungen und Abmahnungen, auf Papier oder digital. Sie darf nur Angaben enthalten, die für das Arbeitsverhältnis nötig sind, und muss vor dem Zugriff Unbefugter geschützt werden (Art. 5 DSGVO). Beschäftigte dürfen ihre Personalakte einsehen und eigene Erklärungen beifügen lassen (§ 83 BetrVG) und Auskunft über ihre gespeicherten Daten mit einer Kopie verlangen (Art. 15 DSGVO).
siehe Lernfeld 13, Kaufleute im Einzelhandel, Lernfeld 12, Industriekaufleute
- PersonalbedarfsplanungThema: Personal
Ermittlung, wie viele Beschäftigte (quantitativ) mit welchen Qualifikationen (qualitativ) zu welchem Zeitpunkt und an welchem Ort gebraucht werden. Zieht man vom Bruttopersonalbedarf den fortgeschriebenen Personalbestand ab, also den Bestand plus feststehende Zugänge minus absehbare Abgänge, erhält man den Nettopersonalbedarf; ein negativer Wert bedeutet Personalüberdeckung. Über die Personalplanung muss der Arbeitgeber einen vorhandenen Betriebsrat rechtzeitig und umfassend unterrichten (§ 92 BetrVG).
siehe Lernfeld 12, Industriekaufleute, Lernfeld 13, Kaufleute im Einzelhandel
- PersonalbeurteilungThema: Personal
Planmäßige Einschätzung von Leistung und Verhalten einer beschäftigten Person durch Vorgesetzte anhand festgelegter Merkmale, meist mit einem Beurteilungsgespräch; sie ist Grundlage für Förderung, Entgelt, Versetzung und Arbeitszeugnis. Typische Beurteilungsfehler sind der Halo-Effekt (ein auffälliges Merkmal überstrahlt alle anderen), die Tendenz zur Mitte, zu milde oder zu strenge Urteile und der Nikolaus-Effekt (Verhalten kurz vor dem Beurteilungstermin wiegt zu schwer). Allgemeine Beurteilungsgrundsätze brauchen die Zustimmung eines vorhandenen Betriebsrats (§ 94 Abs. 2 BetrVG), und Beschäftigte können verlangen, dass ihre Beurteilung mit ihnen besprochen wird (§ 82 Abs. 2 BetrVG).
siehe Lernfeld 12, Industriekaufleute, Lernfeld 13, Kaufleute im Einzelhandel
- PersonaleinsatzplanungThema: Personal
Planung, welche Beschäftigten wann, wo und für welche Aufgaben eingesetzt werden, damit der Arbeitsanfall mit passend qualifiziertem Personal abgedeckt ist, im Handel etwa nach der Kundenfrequenz. Zu beachten sind Arbeitsverträge, Arbeitszeitgesetz, Urlaubsansprüche, Abwesenheiten und bei Jugendlichen das Jugendarbeitsschutzgesetz; Ergebnis sind zum Beispiel Dienst-, Schicht-, Urlaubs- und Vertretungspläne. Ein Betriebsrat bestimmt bei der Lage und Verteilung der Arbeitszeit samt Pausen sowie beim Urlaubsplan mit (§ 87 Abs. 1 Nr. 2 und 5 BetrVG).
siehe Lernfeld 12, Industriekaufleute, Lernfeld 13, Kaufleute im Einzelhandel
- PersonalentwicklungThema: Personal
Alle Maßnahmen, mit denen ein Unternehmen die Kenntnisse und Fähigkeiten seiner Beschäftigten gezielt fördert, damit sie heutige und künftige Aufgaben bewältigen können. Man unterscheidet Lernen am Arbeitsplatz (on the job, etwa Einarbeitung oder Jobrotation), in enger Verbindung mit der Arbeit (near the job, etwa Qualitätszirkel oder Projektarbeit) und außerhalb der Arbeit (off the job, etwa Seminare und Lehrgänge). Grundlage sind häufig Personalbeurteilung und Mitarbeitergespräch; Arbeitgeber und Betriebsrat haben die Berufsbildung der Beschäftigten zu fördern (§ 96 BetrVG).
siehe Lernfeld 12, Industriekaufleute, Lernfeld 13, Kaufleute im Einzelhandel
- Personenbezogene DatenThema: Recht
Alle Informationen über eine identifizierte oder identifizierbare natürliche Person, zum Beispiel Name, Personalnummer, Foto oder eine IP-Adresse, die sich einer Person zuordnen lässt (Art. 4 Nr. 1 DSGVO). Angaben über ein Unternehmen als juristische Person und anonyme Angaben gehören nicht dazu.
siehe Lernfeld 1, Industriekaufleute, Lernfeld 12, Kaufleute im Einzelhandel, Lernfeld 13, Kaufleute im Einzelhandel
- Pflichtenheft
Vom Auftragnehmer erstellte Beschreibung, wie die Anforderungen des Lastenhefts umgesetzt werden.
- Phishing
Betrugsmasche, bei der sich Täter in E-Mails, Kurznachrichten, Anrufen oder auf gefälschten Webseiten etwa als Bank, Paketdienst oder eigene IT-Abteilung ausgeben, um Passwörter, Zahlungsdaten oder andere vertrauliche Angaben zu erbeuten oder Schadsoftware einzuschleusen. Typisch sind Zeitdruck, Drohungen und die Aufforderung, einen Link anzuklicken, einen QR-Code zu scannen, einen Anhang zu öffnen oder Daten einzugeben. Schutz bieten Misstrauen bei solchen Aufforderungen, das Prüfen von Absender und Linkziel und eine Rückfrage über einen bekannten Kontaktweg.
- Plangesteuerte BedarfsermittlungThema: Beschaffung
Ermittlung des Materialbedarfs aus dem Produktionsprogramm oder aus Kundenaufträgen mit Hilfe der Stückliste; genau, aber aufwendig, deshalb vor allem für den Sekundärbedarf und für A-Güter. Auch programmorientierte Bedarfsermittlung.
- Plankostenrechnung
Kostenrechnung mit Vorgabewerten: Für eine künftige Periode werden je Kostenstelle die Kosten einer geplanten Beschäftigung festgelegt (Plankosten). Am Periodenende vergleicht man in der flexiblen Plankostenrechnung die Istkosten (zu Planpreisen bewertet) mit den Sollkosten, also den fixen Plankosten plus den auf die tatsächliche Beschäftigung umgerechneten variablen Plankosten. Die Differenz Istkosten minus Sollkosten ist die Verbrauchsabweichung; sie zeigt, ob die Kostenstelle wirtschaftlich gearbeitet hat.
- PolypolThema: WiSo
Marktform, in der zahlreiche Anbieter auf zahlreiche Nachfrager treffen; ist der Markt vollkommen, herrscht vollständige Konkurrenz.
- PortfolioanalyseThema: Marketing
Verfahren, das alle Produkte oder Geschäftsbereiche eines Unternehmens gemeinsam betrachtet, um zu entscheiden, wo investiert und wo abgebaut werden soll. In der bekanntesten Form, der BCG-Matrix, wird jedes Produkt nach Marktwachstum und relativem Marktanteil (eigener Umsatz ÷ Umsatz des stärksten Konkurrenten) als Question Mark, Star, Cash Cow oder Poor Dog eingeordnet.
- PositionierungThema: Marketing
Festlegung, wie ein Produkt oder eine Marke von der Zielgruppe im Vergleich zur Konkurrenz wahrgenommen werden soll, zum Beispiel als besonders preiswert, hochwertig oder nachhaltig. Grundlage ist oft ein Alleinstellungsmerkmal (USP); Produkt-, Preis-, Vertriebs- und Kommunikationspolitik werden auf diese Position abgestimmt.
siehe Lernfeld 9, Industriekaufleute, Lernfeld 12, Kaufleute im Einzelhandel
- PrämienlohnThema: Personal
Entgeltform aus einem festen Grundlohn und einer Prämie für eine messbare Leistung über einer vereinbarten Bezugsgröße, etwa Menge, Qualität, Ersparnis, Nutzungsgrad oder Termintreue. Anders als beim Akkord bleibt der Grundlohn gesichert.
- Preisabschrift
Nachträgliche Senkung des ausgezeichneten Verkaufspreises einer Ware, z. B. bei Saisonende, Überbeständen, beschädigter Ware oder sinkender Nachfrage. Sie mindert den Rohgewinn und die Handelsspanne der Ware und wird deshalb geplant und im Warenwirtschaftssystem erfasst. Gegenstück ist die Preisaufschrift, eine nachträgliche Erhöhung des Verkaufspreises, z. B. nach gestiegenen Einkaufspreisen.
- PreisdifferenzierungThema: Marketing
Verkauf gleicher oder nahezu gleicher Produkte zu unterschiedlichen Preisen je nach Käufergruppe, Zeitpunkt, Ort oder Abnahmemenge, zum Beispiel Schülerpreise, Frühbucherpreise, regional verschiedene Preise oder Mengenstaffeln. Ziel ist, die unterschiedliche Zahlungsbereitschaft der Kunden besser auszuschöpfen.
siehe Lernfeld 9, Kaufleute im Einzelhandel, Lernfeld 9, Industriekaufleute
- PreiselastizitätThema: Marketing
Preiselastizität der Nachfrage = prozentuale Änderung der Nachfragemenge ÷ prozentuale Preisänderung. Bei normaler Nachfrage ist der Wert negativ, deshalb betrachtet man den Betrag: Ist er größer als 1, reagiert die Nachfrage elastisch (eine Preissenkung erhöht den Umsatz), ist er kleiner als 1, unelastisch.
- Preisuntergrenze
Niedrigster Verkaufspreis, zu dem ein Unternehmen ein Erzeugnis oder eine Ware gerade noch anbieten kann. Kurzfristig liegt sie bei den variablen Stückkosten (im Handel meist dem Bezugspreis), sofern freie Kapazität besteht und kein anderer Auftrag verdrängt wird; bei einem Engpass kommt der entgangene Deckungsbeitrag hinzu. Langfristig müssen alle Kosten gedeckt sein, die Preisuntergrenze liegt dann bei den Selbstkosten je Stück.
siehe Lernfeld 8, Industriekaufleute, Lernfeld 11, Kaufleute im Einzelhandel
- PrimärbedarfThema: Beschaffung
Geplante Menge an verkaufsfähigen Erzeugnissen eines Zeitraums, einschließlich der Ersatzteile, die an Kunden verkauft werden. Aus ihm leitet die Stückliste den Sekundärbedarf ab.
- PrimärforschungThema: Marketing
Marktforschung, bei der ein Unternehmen neue Daten eigens für seine Fragestellung erhebt oder erheben lässt, etwa durch Befragung, Beobachtung oder Experiment (zum Beispiel einen Produkttest). Sie kostet mehr Zeit und Geld als die Sekundärforschung, die bereits vorhandene Daten auswertet, liefert aber aktuelle und genau passende Ergebnisse.
siehe Lernfeld 9, Industriekaufleute, Lernfeld 12, Kaufleute im Einzelhandel
- Privatentnahme
Entnahme von Geld, Waren, Erzeugnissen, Nutzungen oder Leistungen aus dem Betrieb für private oder andere betriebsfremde Zwecke durch den Inhaber eines Einzelunternehmens oder einen Gesellschafter einer Personengesellschaft (§ 4 Abs. 1 Satz 2 EStG). Sie wird auf dem Privatkonto gebucht, das über das Eigenkapitalkonto abgeschlossen wird, und mindert das Eigenkapital, aber nicht den Gewinn. Beim Eigenkapitalvergleich wird sie deshalb dem Unterschied der Eigenkapitalbestände wieder hinzugerechnet (§ 4 Abs. 1 Satz 1 EStG).
siehe Lernfeld 5, Industriekaufleute, Lernfeld 8, Kaufleute im Einzelhandel
- Probezeit (Berufsausbildung)Thema: Recht
Erster Abschnitt jeder Berufsausbildung, mindestens ein und höchstens vier Monate (§ 20 BBiG). In dieser Zeit können Betrieb und Auszubildende jederzeit ohne Frist und ohne Grund schriftlich kündigen (§ 22 Abs. 1 und 3 BBiG).
- ProblemlösungszyklusThema: Problemlösung
Schrittfolge, mit der ein Problem planvoll bearbeitet wird: Problem erkennen und analysieren, Ziel festlegen, Lösungsmöglichkeiten suchen, bewerten und auswählen, die Lösung umsetzen und das Ergebnis kontrollieren. Zeigt die Kontrolle neue Abweichungen, beginnt der Ablauf von vorn; deshalb spricht man von einem Zyklus.
- Produkt-Markt-Matrix
Planungsraster für Wachstumsstrategien, das bisherige und neue Produkte mit bisherigen und neuen Märkten kombiniert. Daraus ergeben sich vier Wege: Marktdurchdringung (bisherige Produkte auf bisherigen Märkten), Marktentwicklung (bisherige Produkte auf neuen Märkten), Produktentwicklung (neue Produkte auf bisherigen Märkten) und Diversifikation (neue Produkte auf neuen Märkten). Je mehr neu ist, desto höher das Risiko.
- ProduktdifferenzierungThema: Marketing
Ergänzung eines vorhandenen Produkts um weitere Ausführungen, etwa in anderer Farbe, Größe oder Leistung, wobei das bisherige Produkt im Programm bleibt. Das Programm wird tiefer; anders als bei der Produktvariation wird nichts ersetzt.
- ProdukteliminationThema: Marketing
Herausnahme eines Produkts aus dem Produktprogramm, meist wegen sinkenden Umsatzes oder eines dauerhaft negativen Deckungsbeitrags. Vorher prüft das Unternehmen, ob Kunden das Produkt zusammen mit anderen kaufen und welche Pflichten gegenüber bisherigen Käufern bleiben.
- ProdukthaftungThema: Recht
Haftung des Herstellers für Personenschäden und für Schäden an anderen, privat genutzten Sachen, die ein fehlerhaftes Produkt verursacht, auch ohne sein Verschulden (§ 1 ProdHaftG). Wie ein Hersteller haften auch der Importeur in den Europäischen Wirtschaftsraum und wer sich mit Name oder Marke als Hersteller ausgibt, etwa ein Händler mit eigener Handelsmarke; andere Händler haften nur, wenn der Hersteller nicht feststellbar ist und sie ihn oder ihren Vorlieferanten nicht binnen eines Monats nach Aufforderung nennen (§ 4 ProdHaftG). Anders als die Gewährleistung betrifft sie nicht den Mangel der Kaufsache selbst und gilt gegenüber jedem Geschädigten, auch ohne Vertrag.
- ProduktinformationsmanagementThema: Onlinehandel
Zentrale Pflege aller Artikelangaben eines Händlers, also Stammdaten, Merkmale, Bilder und Texte, meist in einer eigenen Software (PIM-System). Von dort erhalten Onlineshop, Marktplätze und Kataloge dieselben Angaben.
- ProduktinnovationThema: Marketing
Entwicklung und Einführung eines Produkts, das es im Programm des Unternehmens bisher nicht gab. Ist es auch am Markt neu, spricht man von einer Marktneuheit, sonst von einer Neuheit nur für das Unternehmen. Das Produktprogramm wird dadurch größer.
- ProduktionsprogrammThema: Produktion
Alle Erzeugnisse, die ein Industriebetrieb in einem Zeitraum nach Art und Menge herstellt. Die Programmbreite zählt die Produktarten, die Programmtiefe die Ausführungen je Produktart; die Fertigungstiefe zeigt, wie viel der Wertschöpfung der Betrieb selbst erbringt und wie viel er zukauft. Gefertigt wird auf Bestellung (Auftragsfertigung) oder auf Vorrat (Lagerfertigung).
- Produktionsstufen
Aufeinanderfolgende Stufen, die ein Gut von der Gewinnung bis zum Verbraucher durchläuft: Urerzeugung (primärer Sektor), Weiterverarbeitung und Endverarbeitung (sekundärer Sektor), Handel und Dienstleistung (tertiärer Sektor).
- ProduktivitätThema: KLR
Mengenmäßiges Verhältnis von Output zu Input, z. B. Ausbringung je Arbeitsstunde oder Kunden je Kassenstunde. Im Handel heißen auch wertmäßige Kennzahlen wie Umsatz je m² (Flächenproduktivität) oder Umsatz je Beschäftigten bzw. Arbeitsstunde (Personalproduktivität) so.
- ProduktlebenszyklusThema: Marketing
Modell, das den Weg eines Produkts am Markt in fünf Phasen beschreibt: Einführung, Wachstum, Reife, Sättigung und Rückgang (Degeneration). Umsatz und Gewinn entwickeln sich in jeder Phase typisch anders; daraus leitet das Unternehmen Maßnahmen ab, etwa viel Werbung bei der Einführung, eine Produktvariation in der Reife oder die Herausnahme aus dem Programm (Produktelimination) im Rückgang.
- ProduktvariationThema: Marketing
Veränderung eines bereits eingeführten Produkts, etwa in Design, Funktion, Qualität oder Verpackung, wobei das veränderte Produkt das bisherige ersetzt. Sie soll ein Produkt vor allem in der Reife- und Sättigungsphase attraktiv halten; anders als bei der Produktdifferenzierung kommt keine zusätzliche Variante hinzu.
- Projekt-ScorecardThema: Projektmanagement
Übersicht über die Ziele eines Projekts, angelehnt an die Balanced Scorecard: Die Ziele sind nach Blickwinkeln (Perspektiven) geordnet, etwa Finanzen, Kunden, interne Prozesse sowie Lernen und Entwicklung. Zu jedem Ziel gehören eine Kennzahl und ein Zielwert, oft auch der Ausgangswert und Maßnahmen. Mit den gemessenen Istwerten zeigt sie während des Projekts und am Ende, welche Ziele erreicht sind.
- ProjektauftragThema: Projektmanagement
Schriftliche Vereinbarung zwischen Auftraggeber und Projektleitung, mit der ein Projekt offiziell beginnt. Abgeleitet aus den Projektzielen, legt sie Ziele, Umfang und Abgrenzung, Termine, Budget sowie Rollen und Befugnisse fest. Über Änderungen an Ziel, Umfang, Endtermin oder Budget entscheidet der Auftraggeber.
- ProjektstrukturplanThema: Projektmanagement
Gliederung eines Projekts in Teilprojekte und Arbeitspakete, meist als Baumdiagramm und geordnet nach Objekten, Funktionen oder Phasen. Das Arbeitspaket ist die kleinste Einheit: Es hat eine verantwortliche Person, und sein Aufwand, seine Kosten und seine Dauer lassen sich schätzen. Der Projektstrukturplan (PSP) ist die Grundlage für Ablauf-, Termin- und Kostenplanung.
- ProkuraThema: Recht
Umfassende, gesetzlich festgelegte Vollmacht; berechtigt zu allen Geschäften, die der Betrieb eines Handelsgewerbes mit sich bringt (§ 49 HGB). Grundstücke veräußern oder belasten nur mit besonderer Befugnis; erteilt wird die Prokura vom Inhaber durch ausdrückliche Erklärung (§ 48 HGB) und zum Handelsregister angemeldet (§ 53 HGB). Dem Inhaber vorbehalten bleiben z. B. die Erteilung der Prokura und die Unterzeichnung des Jahresabschlusses (§ 245 HGB).
- ProvisionThema: Personal
Leistungsabhängiges Entgelt in Prozent vom Wert vermittelter oder abgeschlossener Geschäfte. Skonto der Kunden mindert die Bemessungsgrundlage nicht, und ohne abweichende Vereinbarung zählt auch die Umsatzsteuer mit (§ 87b Abs. 2 HGB); vertraglich vereinbart wird meist der Nettoumsatz. Angestellte Reisende erhalten die Provision in der Regel zusätzlich zu einem Fixum, selbstständige Handelsvertreter oft als einzige Vergütung.
- Prozentformat
Zahlenformat der Tabellenkalkulation, das den Wert einer Zelle mit 100 malgenommen und mit Prozentzeichen anzeigt; der Wert 0,08 erscheint als 8 %. Formeln rechnen mit dem Zellwert, deshalb wird ein Prozentsatz in Prozentformat nicht noch einmal durch 100 geteilt.
- ProzentpunktThema: Kaufmännisches Rechnen
Einheit für den Abstand zwischen zwei Prozentsätzen. Steigt ein Anteil von 20 % auf 25 %, ist er um 5 Prozentpunkte gestiegen; bezogen auf den alten Anteil ist das eine Zunahme um 25 %. Auch Zinssätze werden so angegeben, zum Beispiel der Verzugszins mit 5 oder 9 Prozentpunkten über dem Basiszinssatz (§ 288 Abs. 1 und 2 BGB).
siehe Lernfeld 3, Industriekaufleute, Lernfeld 14, Kaufleute im Einzelhandel
- ProzesspolitikThema: WiSo
Teil der Wirtschaftspolitik, der in den laufenden Wirtschaftsablauf eingreift, vor allem um Konjunkturschwankungen zu glätten. Ihre Hauptbereiche sind die Fiskalpolitik des Staates und die Geldpolitik der Zentralbank. Sie wirkt eher kurzfristig, anders als Ordnungs- und Strukturpolitik.
- Pull-PrinzipThema: Produktion, Logistik
Steuerungsprinzip, bei dem erst der tatsächliche Bedarf der nachfolgenden Stelle oder des Kunden Fertigung und Lieferung auslöst (Holprinzip), etwa mit Kanban oder Just-in-Time. Beim Push-Prinzip (Bringprinzip) wird dagegen nach Plan oder Prognose gefertigt und die Ware weitergegeben oder eingelagert. Pull senkt Bestände, verlangt aber verlässliche Abläufe und Lieferanten.
siehe Lernfeld 6, Industriekaufleute, Lernfeld 7, Industriekaufleute